Die Diskussion um die Ortsumgehung Hochstadt nimmt kein Ende: Die Stellungnahme und die Einwendungen der Gemeinde Hochstadt im Anhörungsverfahren zur B 173 neu umfassen mehrere Seiten. Laut Bürgermeister Thomas Kneipp (CSU) orientieren sich die Einwände der Gemeinde im Wesentlichen an denen des ersten Verfahrens, seien diesmal aber etwas schärfer formuliert. Grundsätzlich befürworte die Gemeinde das Vorhaben, die Ortsdurchfahrt der B173 durch eine Ortsumgehung zu ersetzen, betonte der Bürgermeister. Für die Hochstadter würde das weniger Lärm und Schadstoffe bedeuten.

"Aus Sicht der Gemeinde ist die gewählte Variante Süd jedoch abzulehnen, weil sie im Gegensatz zu den Varianten Nord und Mitte das Siedlungsgebiet der Gemeinde durchschneidet und damit sowohl vermeidbare Lärmbelastung für besiedelte oder noch zu besiedelnde Gebiete hervorruft". Er meint damit das Gebiet zwischen Wolfsloch und Hochstadt. Würde die Ortsumgehung hier gebaut, gebe es hier keine Chancen, dass die beiden Gemeinden zusammenwachsen.

Nordvariante soll Option bleiben


Zu wenig berücksichtigt sieht Kneipp auch das Schutzgut Mensch. Für ihn unverständlich, dass ein Sportplatz mehr Lärmschutz geniest als ein Siedlungsbereich. In der Stellungnahme heißt es hierzu: "Die Wohngebiete am Südrand von Hochstadt und am Nordrand von Wolfsloch werden jedenfalls einem erhöhten Maß an Verkehrslärm ausgesetzt, welches bei den Trassenvarianten Mitte weitgehend und der Nord wohl vollständig vermieden wäre."

Laut der Stellungnahme wird die Trassenvariante Süd damit begründet, "dass dort der geringste Eingriff in das Vogelschutzgebiet (...) erfolgt." Dem widerspreche die Gemeinde zwar nicht, sie betont aber, dass auch nach der Vogelschutzrichtlinie Eingriffe in derartige Gebiete erlaubt seien, "wenn dies aus überwiegenden Gründen des öffentlichen Interesses (...) gerechtfertigt ist."

Da die Variante Nord entlang der Eisenbahnlinie verläuft, die ebenfalls Schutzgebiete durchschneidet, sei der Eingriff vergleichsweise gering. Es sei keineswegs so, dass die Variante Nord, "mit bestehendem Recht nicht vereinbar" sei.

Die vollständige Stellungnahme der Gemeinde finden Sie hier.