Nach drei Jahren in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken West steigt der TSV Staffelstein wieder in die Kreisliga Coburg/Lichtenfels ab. Über die gesamte Saison kam der TSV nicht über Rang 15 hinaus. Vor dem letzten Spieltag am Sonntag tragen die Kicker aus der Badstadt die Rote Laterne und werden auch nach dem Spiel beim TSV Meeder als Schlusslicht die Saison beenden.

Zur Winterpause waren Mannschaft, Trainer und Verantwortliche noch optimistisch, das Ziel Ligaverbleib bzw. einen Relegationsplatz zu erreichen. Der TSV lag mit 21 Punkten auf Rang 16 der 20 Mannschaften umfassenden Bezirksliga West. Achim Heisig löste das Interimsduo Heiko Tremel und Andi Lurtz auf der Trainerbank ab, das nach der Trennung von Michael Ott gute Ergebnisse geliefert hatte. Ott musste nach sechs Spielen ohne Punkt bei 0:19 Toren gehen. Tremel/Lurtz holten bis zur Winterpause aus 18 Spielen 21 Punkte.


Heisig wird pausieren

Mit Achim Heisig hatte Abteilungsleiter Bernd Potzel einen Fachmann an Land gezogen, der für die nötigen Punkte für den Ligaverbleib sorgen sollte. Doch der A-Lizenzinhaber scheiterte an den riesigen Personalproblemen im Team. "Heisig ist ein hervorragender Trainer mit großem taktischem Sachverstand. Doch wenn im gemeinsamen Training mit der zweiten Mannschaft nur 15 Spieler da sind, von denen nur fünf bezirksligatauglich sind, kann der beste Trainer nichts ausrichten und sein System nicht aufbauen", sagt Potzel zu seinem scheidenden Übungsleiter. "Die Zusammenarbeit mit ihm war sowieso nur bis zum Saisonende ausgelegt. Heisig wird wohl, wie angekündigt, eine Pause machen", weiß Potzel.

Die Bilanz fällt somit ernüchternd aus. Zwei Punkte in 13 Spielen kamen bisher nach der Winterpause zu den bis dahin erreichten 21 dazu.

33 Spieler im Einsatz gewesen

Die Personalprobleme beim TSV sorgten dafür, dass bisher 33 verschiedene Spieler zum Einsatz kamen. Nur sechs Akteure kamen auf 30 Spiele oder mehr.
Eklatant war vor allem die Offensivschwäche. 25 Tore erzielten die Staffelsteiner. Elf verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. Mit vier Treffern ist Michael Elflein der Beste. Dennis Schunke, ein offensiv gefährlicher Mann, fiel nach neun Spielen mit einem Kreuzbandriss aus und soll in der nächsten Saison wieder eingreifen. "Hier haben wir die Durchschlagskraft eines Benedikt Quinger schon arg vermisst", sagt Potzel. Der Torjäger wechselte vor dieser Saison zum Lokalkonkurrenten TSV Ebensfeld.

Neuaufbau mit eigenem Nachwuchs

Die Planungen für die Kreisliga laufen. "Der bisherige Stamm soll zusammengehalten werden. Zwei Spieler sind fraglich, ob sie bleiben. Wir bauen weiter auf den eigenen Nachwuchs. Zur nächsten Saison sollen wieder zwei talentierte Spieler in den Seniorenbereich vorstoßen," gibt Potzel die Marschrichtung vor. Gespräche mit neuen Spielern laufen. "Doch können wir kein Geld bieten, wie dies andere Vereine machen", sagt der Abteilungsleiter und hofft, dass sich Spieler aus unteren Klassen oder junge Talente, die die Herausforderung Kreisliga suchen, eventuell auch dem TSV Staffelstein anschließen.

Gespräche mit Trainern laufen

Mit Kandidaten für die Trainerposition ist der TSV-Macher in Gesprächen. Der neue Übungsleiter kann in einem guten Umfeld arbeiten und hat ein treues Publikum. "Unsere Fans haben stets zu uns gehalten. Mit dem Schnitt von über 200 Zuschauern pro Heimspiel liegen wir in der Liga mit an der Spitze", lobt Potzel die Anhängerschaft des TSV.

In der Kreisliga mit einigen Derbys, wie dem gegen den Schwabthaler SV, dürfte der Fanzuspruch nicht signifikant sinken. Und vielleicht geht es für die Staffelsteiner nach einem Neuaufbau auf Kreisebene bald wieder in die Bezirksliga.