Dabei ist die Truppe von Cheftrainer Ali Hadidi bereits zu Beginn bei keinem geringerem als dem deutschen Mannschaftsmeister aus der Saison 2012/2013, dem ASV Mainz, zu Gast.
Es hat sich viel getan in diesem Jahr. Nicht nur beim AC Lichtenfels gab es einige Veränderungen. Auch der Weltverband FILA und der deutsche Ringerbund haben wieder mal versucht, das Ringen attraktiver zu gestalten und neben neuen Gewichtsklassen auch das Regelwerk überarbeitet.

Jürgen Lieb tritt nach über 30 Jahren ab

Wenn der Kampfrichter morgen am Laubenheimer Sportzentrum Ried das Startsignal für die erste Begegnung gibt, wird man einige neue Gesichter in den Reihen der Lichtenfelser sehen. Zum einen hat Mannschaftsführer Jürgen Lieb sein Amt als Mannschaftsführer nach über 30 Jahren niedergelegt. Diese Aufgabe teilen sich ab sofort Heiko Scherer und Kevin Tischer.
Zum anderen hat sich freilich auch im Kader einiges getan. Insgesamt neun Abgänge musste der ACL verkraften. Neben Publikumsliebling und Punktegarant Tim Müller sind dies Adam Bienkowski, Michal Tracz, Benni Hofmann, Tomas Sobecky, Andrei Frant, Laimutis Adomaitis, Marthin Nielsen und David Vala. Dementsprechend galt es für die Verantwortlichen für adäquaten Ersatz zu sorgen.

Acht Neuzugäng ersetzten neun Abgänge

Mit acht Neuzugängen ist dies zumindest quantitativ nahezu gelungen. Ob die Neuen an die Erfolge ihrer "Vorgänger" anknüpfen, wird sich noch herausstellen. Jedoch konnte man auch den ein oder anderen Hochkaräter nach Lichtenfels lotsen. Neben dem aktuellen Europameister und WM-Dritten Zhan Belenyuk (23 Jahre/86 kg, griechisch-römisch) aus der Ukraine konnte mit Venelin Venkov (61 kg, gr.) von der RWG Mömbris-Königshofen ein weiterer international erfahrener Athlet verpflichtet werden. Der 32-jährige Bulgare war WM-Fünfter im Jahre 2006 und holte Platz 8 bei den Olympischen Spielen 2008. Zudem wurde mit Patryk Dublinowski ein hoffnungsvolles deutsches Freistiltalent im Limit bis 86 kg verpflichtet. Vor zwei Jahren gewann der 22-Jährige die deutsche Meisterschaft der Junioren und nahm ebenso an der Junioren-WM teil.

Eigengewächs in der Bundesliga

Besonders stolz ist der Verein allerdings auf das Eigengewächs Hannes Wagner. Der amtierende deutsche Juniorenmeister und Teilnehmer an der Junioren-Welt- und Europameisterschaft soll Gelegenheit bekommen, Bundesligaluft zu schnuppern. Die weiteren Neuzugänge sind der Rumäne Ion-Raul Donu (21/57 und 61 kg, Freistil), der Bulgare Krum Chuchorov (24/57 kg + und 61 kg, Fr.l), Timur Seidel (23/66 kg, Fr.), der Litauer Romas Fridrikas (19 /98 und 130 kg, gr.) sowie der Pole Mateusz Filipczak (21/98 und 130 kg, Fr.).
Gemeinsam mit den bewährten Stammkräften Bence Juhasz, Rumen Savchev, Andreas Eichheimer, Tobias Schütz, Simon Pilzweger, Serghei Shiskov und Dato Kerashvili gilt es nun, eine ähnlich erfolgreiche Saison wie im Vorjahr zu bestreiten. "Unser Ziel soll Platz 4 oder 5 sein. Dass dies nicht einfach wird, ist uns allen klar. Vor allem wenn man sieht, wie sich auch in diesem Jahr die anderen Mannschaften verstärkt haben", sagt der neue Mannschaftsführer Kevin Tischer.

Mainz will vorn mitmischen

Wo wir bereits beim Gegner wären. Nach dem Gewinn der Meisterschaft 2012/13 war in der letzten Saison für den ASV Mainz im Halbfinale gegen den späteren Meister aus Nendingen Endstation. Mit einigen hochkarätigen Neuzugängen, unter anderem dem aktuellen Welt- und Europameister Artur Aleksanyan, möchte man in Mainz in diesem Jahr wieder vorne angreifen. Und obwohl William Harth und "Mr. Zuverlässig", Dawid Karecinski, die Mannschaft verlassen haben, darf Mainz wohl zweifelsohne wieder zu den Topteams gezählt werden.
Inwieweit die Neuzugänge, insbesondere die aktuellen WM-Teilnehmer, sowohl auf Seiten von Mainz als auch beim AC Lichtenfels morgen bereits auf die Matte gehen werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: "Wir werden mit der bestmöglichen Mannschaft nach Mainz fahren. Auch wenn wir wissen, dass ein Sieg in Mainz nicht zu erwarten ist, möchten wir uns gerade zu Beginn der Saison ordentlich präsentieren und sehen, wie sich einige unserer Neuzugänge einfügen", verspricht Tischer.

Neue Gewichtsklassen und Regeln

Seit dieser Saison gelten auf internationaler Ebene neue Gewichtsklassen. Der Deutsche Ringerbund (DRB) passte diese in den deutschen Mannschaftsmodus ebenfalls an, sodass nunmehr in 57 kg, 61 kg, 66 kg, 75 kg, 86 kg, 98 kg und 130 kg gerungen wird. Des Weiteren wurde die Deutsch-Quote von vier auf fünf erhöht, sodass in der Bundesliga mindestens fünf Deutsche pro Verein auf die Matte gehen müssen.

15 Punkte Differenz nötig

Daneben wurde, wie auch schon in den Jahren zuvor, das Regelwerk kräftig überarbeitet. Die wohl schwerwiegendste Änderung ist die Vergabe der Mannschaftspunkte. Einen technisch überlegenen Sieg mit 4:0 Mannschaftspunkten gibt es künftig erst bei 15 Punkten Differenz. 3:0 Mannschaftspunkte bekommt der Ringer, der mit über acht Punkten Differenz gewinnt. Bei drei bis sieben Zählern Vorsprung gibt es zwei Punkte und bei Punktgleichstand, ein oder zwei Punkten Differenz lediglich ein 1:0. Zudem wurde die Punktevergabe für verschiedene Aktionen und Würfe modifiziert. Bleibt abzuwarten, ob diese erneuten Regeländerungen den Ringkampfsport attraktiver und interessanter machen werden.

"Zweite" in Traunstein

Für die Bayernliga-Truppe um Trainer Martin Wegner und Mannschaftsführer Roland Hopf geht es am morgigen Samstag zum Auswärtskampf nach Traunstein. Nach dem Auftaktsieg in Westendorf und der knappen Niederlage gegen den SV Mietraching möchten die "Jungen Wilden" zurück in die Erfolgsspur. Dies wird keine leichte Aufgabe, denn die Traunsteiner wollen nach zwei Niederlagen ihre ersten Punkte einfahren.
Die ACL-Jugendmannschaft fährt mit einem Sieg aus der Vorwoche über Oberölsbach nach Nürnberg zum SC 04. daze