Oben, von der Terrasse auf Kloster Banz, kann man sie gut sehen: Die Autobahn A 73 und die Schienenverbindung Richtung Berlin laufen durch das Maintal - es sind die Bauwerke, die gerne als Lebensadern einer Region gesehen werden. "In den letzten 15 Jahren haben wir sehr schön Autobahnen gebaut", sagt Alfred Büdel, geschäftsführender Gesellschafter bei OFM in Burgkunstadt. Und trotzdem, man sucht in der Region den Anschluss. Andere europäische Länder seien uns beim Ausbau des Glasfasernetztes weit voraus, betont er.

Das soll sich ändern. Die oberfränkische Industrie und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer (HWK) hatten zusammen mit weiteren Organisationen zum Breitbandgipfel in Kloster Banz geladen. Die haarfeinen Kabel haben sich zu einem Standortfaktor entwickelt. Wo sie nicht liegen, wird die Entwicklung gehemmt. Das habe man allgemein zu lange unterschätzt, so der Tenor.


Auch von Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), der vor allem die Rahmendaten des neuen Förderprogramms der Staatsregierung in Erinnerung rief. 500 Millionen Euro wird Bayern seinen Kommunen für den Ausbau schneller Internetverbindungen zur Verfügung stellen, in der Regel in Form eines Zuschusses von 80 Prozent der förderfähigen Investitionssumme. "Für den Eigenanteil können die Kommunen auf zinsgünstige Darlehen der KfW-Bank zurückgreifen." Also alles klar und es kann losgehen? Nun, der weitere Verlauf des Breitbandgipfels zeigte: Es gibt noch viele Baustellen.

Zum einen müssen sich die Kommunen durch ein recht kompliziertes Antragsverfahren arbeiten, das sind Folgen der EU-Bürokratie, wie Zeil betonte. Doch auch danach kommt das Glasfaserkabel nicht allein ins Haus. Oft sind für die großen Anbieter Netze abseits der Ballungszentren wirtschaftlich interessant. Das hat neue Anbieter auf den Plan gerufen. Vier Berichte aus der Praxis zeigten, dass es mit einem Anruf bei der Telekom oder einem anderen Anbieter nicht getan ist. Peter Hornfischer von der Thünga Metering Service stellte vor, wie sich Energieversorger im Markt der Netzanbieter bewegen.

Mit Matthias Stock von den Ebermannstadter Stadtwerken war auch ein kommunales Unternehmen vertreten, das seit 2008 den Ausbau von Glasfasernetzen in seinem Versorgungsgebiet vorantreibt. Alfred Büdel von OFM gab Einblicke in die technische Ausführung solcher Netze, die lange Zeit noch sehr handwerklich orientiert gebaut wurden. In einem vom IHK-Präsidenten Heribert Trunk moderierten Werkstattgespräch mit acht Experten aus verschiedenen Bereichen konnten sich die Kommunalpolitiker Antworten auf ihre Fragen holen.
Eines wurde auch deutlich: Der Schwerpunkt dieses Programmes wird bei der Verlegung von Glasfasernetzen liegen, auch als Zulieferleitungen für LTE-Funklösungen. Nur so wird man auf den erforderlichen Datendurchsatz kommen. Zudem wird das Programm als Teil der Wirtschaftsförderung vorrangig Betriebe ansprechen, aber auch Privatpersonen profitieren.

"Es ist wichtig, dass wir das als Wirtschaft gemeinsam angetrieben haben", hob HWK-Präsident Thomas Zimmer zum Schluss hervor. Wie geht es nun weiter? IHK-Präsident Heribert Trunk meinte: "Wir werden mit den Wirtschaftsbetrieben in der Region in Kontakt bleiben und schauen, was jetzt in Oberfranken vorangeht. Es wird sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein, die wir organisiert haben."