Ihr macht Urlaub in Thailand. Am Abend genießt ihr das Leben in voll Zügen und trinkt dabei ordentlich Alkohol. Nach dieser durchzechten Nacht wacht ihr im Gefängnis auf - angekettet. Innerhalb von 60 Minuten muss das Gefängnis verlassen werden. Ansonsten heißt es: Game Over.

Das ist das Szenario des Exit Rooms "Prison" in Marktzeuln. Und das Spielprinzip ist denkbar einfach: Eine Personengruppe wird in einem Raum eingesperrt. Darin befinden sich überall versteckte Hinweise und Rätsel, die gelöst werden müssen. Mit jeder gelösten Aufgabe nähert man sich dem Öffnen der Tür in die Freiheit.

"Es soll schon wie ein echtes Gefängnis sein", beschreibt der Besitzer, Frank Kruscha, den Raum "Prison". Der zweite Exit Room heißt "The Hive". "Das ist ein Labor, aus dem geflüchtet werden muss" - Zombies, Blut und Nervenkitzel inklusive.

Kruscha erklärt, dass das "Prison" der aktivere Raum ist. Bei "The Hive" müsse man fast ausschließlich denken und knobeln. Er schlägt uns vor, den Raum für Aktive zu nehmen: Also testen wir mal das Gefängnis! Wir sind fünf Volontäre des neuen Blogs: www.frankenfeeling.de

Handys sind verboten

Zuerst gibt uns der Spielleiter, Christoph Barnickel, ein Walkie-Talkie in die Hand: "Darüber können wir miteinander sprechen." Dazu nennt er noch ein paar Regeln: "Es gibt drei Joker. Wenn ihr mal nicht weiterkommt, sprecht in das Walkie und setzt einen Joker ein."

Die Kameras in den Räumen zeichnen nicht auf, sie sind lediglich für den Spielleiter da. Dort sieht er, wie wir uns im Inneren schlagen, und er kann zur Sicherheit eingreifen. "Sobald jemand sein Handy zückt, ist das Spiel verloren", sagt Barnickel. Weder Taschenlampe noch Google sind erlaubt. Wir lassen unsere Handys deshalb lieber gleich im Auto.

Dann kommt die entscheidende Frage: "Hat jemand von euch Platzangst? Für einige Spieler wird es sehr eng werden." Zwei Spieler haben keine Platzangst und werden sofort vom Spielleiter in einen Raum geführt. Danach werden wir Übriggebliebenen in einen anderen Raum geführt.

Es ist tatsächlich ein Gefängnis. Gitterstäbe, Ketten und Handschellen liegen überall herum. Und zwei Mitspieler werden auch sofort mit Handschellen an die Gitterstäbe gefesselt. Der letzte Spieler wird am Fuß festgekettet. "Und los geht's - die 60 Minuten laufen." Tür zu.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl in einem dunklen Raum festgekettet zu sein. Die Bewegung ist eingeschränkt, die Türen sind verschlossen. Die Augen gewöhnen sich nur langsam an die düsteren Räume. "Hallo? Seid ihr da?" Aus einem anderem Raum ertönen die Stimmen der weiteren Mitspieler.

Zwei getrennte Räume, kaum Licht und angekettet - dazu Räume voller Rätsel und Aufgaben. Das Zauberwort heißt: Kommunikation. Denn in den Räumen sind Hinweise, auf die die anderen Spieler angewiesen sind, um weiterzukommen. Deshalb muss dort viel miteinander gesprochen werden.

Rätsel über Rätsel

Zahlen, Buchstaben, Figuren - hier wird den Mitspielern wirklich alles abverlangt. Und im Hinterkopf tickt immer die Uhr. "Schon 20 Minuten rum und wir sind immer noch gefesselt." Hektik kommt nämlich erschwerend hinzu.

Ob das frustrierend ist, wenn man einfach nicht weiterkommt? Ja! Aber: Sobald ein Rätsel gelöst ist, steigt der Spieleifer. Mehr kann allerdings nicht verraten werden. "Es soll ja für alle Spieler gleich spannend bleiben", sagt Besitzer Kruscha.

Verraten können wir allerdings: Wir haben es nicht geschafft, in 60 Minuten aus dem Raum zu entkommen. Die Rätsel waren zwar gelöst, allerdings waren wir nicht schnell genug, die Lösungen auch anzuwenden.

Es hat uns wirklich Spaß gemacht. Der Trend "Exit Room" ist zurecht ein Trend. Knobeln, rätseln, suchen, tüfteln, die Zeit im Hinterkopf, und eingesperrt - hört sich komisch an, ist aber wirklich empfehlenswert.

Dazu kommt, dass sich Exit-Räume nicht gleichen. In Bamberg, Würzburg oder Nürnberg kann man andere Räume bespielen. "Wir haben uns die Geschichten und Rätsel selbst ausgedacht und im Internet geforscht", erklärt der Spielleiter Barnickel.

Ein Jahr spielbar

Der Escape Room in Marktzeuln ist in rund einem Jahr entstanden. "Nach einem bis eineinhalb Jahren müssen die Räume aber umgebaut werden", sagt Kruscha. Klar, man kann das Spiel nur einmal spielen - bis die Rätsel gelöst sind. Deshalb wird Kruscha die Räume nach dieser Zeit umbauen, um neue Rätsel etablieren zu können.

"Jeder kann hier spielen", erklärt Kruscha weiter. Allerdings dürfen Kinder nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten in einen Exit Room. Zu jung sollten die Kinder dann aber doch nicht sein, "aber einem 14-Jährigen würde ich das schon zutrauen", meint Kruscha.

Der Exit Room in Marktzeuln nimmt immer mehr Fahrt auf, sagt Kruscha: "Am Samstag sind die Räume schon mit drei bis vier Gruppen belegt." Der Besuch im Exit Room sollte deshalb geplant und vorher angemeldet sein, damit es keine längeren Wartezeiten gibt.