Wo gebaut wird, werden Fehler gemacht, da es keine Serienproduktion ist, sondern Handwerk. Sind solche Probleme im Leitungsbau nicht systemimmanent?
Büdel: Nein. Empfehlenswert ist, Komponenten, die für ein ganzes System geliefert werden, wie Verteilergehäuse und Bauteile, möglichst in Reinsträumen vom Hersteller vorkonfektionieren und bestücken zu lassen, damit im Feld nur noch die nötigste Anschlussarbeit geleistet werden muss - die Verbindung zu den verlegten Leitungen.
Vorteil ist einheitliche Qualität und eine wesentlich rationellere, wirtschaftliche Arbeitsweise. Ziel sollte eine Modulbauweise werden. Die Verträglichkeit der eingesetzten Materialien muss dabei stets im Vordergrund stehen. Die Lebensdauer muss schließlich 20 bis 30 Jahre betragen.


Wie oft treten dabei Schwierigkeiten auf?
Jedes Jahr werden die Kommunen und Netzbetreiber mit neuen Systemen und Materiallieferanten überrannt. Jetzt ist der Markt sensibilisiert, von 2009 bis 2011 wurden viele Fehler gemacht. Inzwischen kristallisiert sich heraus, welche Produkte am Markt qualitativ hochwertig sind und die Vorgaben erfüllen.

Wie kann man Fehlern entgegenwirken?
Wir haben ein Schulungszentrum in München, wo wir Schulungen für eigenes Personal zusammen mit Firmen und Lieferanten aller Gewerke durchführen. 150 Leute durchlaufen jährlich dieses Programm.

Kann es durch unsachgemäß verlegte Datenleitungen auch zu einem Leistungsverlust kommen?
Die Glasfaser ist so stark wie ein Haar, durch Faserbruch oder schlechte Verarbeitung oder Unterschreitung von Mindestbiegeradien oder Verschmutzungen an den Endsteckern kann es klar zu Datenverlust kommen. Dann werden die Daten gar nicht oder nur eingeschränkt übertragen.

Welche Wünsche hätten sie an die Politik, um diese Dinge künftig besser zu regeln? Muss mehr genormt werden?
Von der Politik würde ich da nichts erwarten. Das muss der Markt selber regeln mit Normungen und Qualifizierungen von Personal.
Die Deutsche Telekom beispielsweise erstellt vorbildliche Pflichtenhefte für Qualität, Verlegung und Montage. Gerade bei Privatleuten und Kommunen werden da noch viele Fehler gemacht.
Das Interview führte Tobias Kindermann.