Hans Hetzel war 14 Jahre alt, als er seine erste Kamera in den Händen hielt. "Der einzige Fotoapparat weit und breit", schmunzelt er. Hans Hetzel kennt seine Heimat und die Menschen, die sie prägen. Er ist einer von fünf Fotografen, deren Aufnahmen noch bis zum 23. September in der Alten Darre zu sehen sind.

Der Arbeitskreis Fotokunst der Kultur-Initiative Bad Staffelstein (KIS) zeigt im Rahmen der dritten Fotoausstellung in diesem Jahr unter dem Thema "Menschenbilder" eine Reihe von Porträts heimischer Mitbürger. Das Interesse an der Vernissage war groß, nicht zuletzt waren auch die abgebildeten Personen erschienen. Die ausgestellten 47 Fotografien zeigen Menschen aus Bad Staffelstein und den angrenzenden Ortschaften. Menschen in ihrem Umfeld, mit ihren Eigenheiten und besonderen Merkmalen. "Es ging nicht darum, Prominente zu fotografieren", sagt die Leiterin des Arbeitskreises Rosi Jörig.
Im Fokus des Objektivs standen markante Persönlichkeiten.

Kaum ein Bereich der Fotografie stelle so hohe Ansprüche an den Fotografen wie die Porträt-Fotografie. Jörig spricht von der Königsdisziplin der Fotografie. Ein gutes Porträt ist mehr als nur ein Schnappschuss, er fängt die Persönlichkeit der abgebildeten Person ein. Ursprünglich sollten die Aufnahmen ausschließlich in Schwarz-weiß entstehen, in der Praxis jedoch überzeugten einige Porträts durch ihre Farbigkeit, sodass der Plan wieder verworfen wurde. Die Fotografen Toni Köcheler, Matthias Einwag, Rosi Jörig, Hans Hetzel und Eugen Schneiderbanger haben Menschen in Situationen eingefangen deren intensive Stimmung sich auch auf den Betrachter überträgt. Die Aufnahmen zeigen Menschen bei der Ausübung ihres Berufes, beim Hobby oder in ganz alltäglichen Situationen.

Beim Betrachten der Fotografien kommt es nicht selten zum Aha-Erlebnis. Beispielsweise hat man die Mesnerin Anni Herbst auf dem Fahrrad genauso im Gedächtnis, wie sie der Fotograf eingefangen hat. Hans Hetzel ist ein gelungenes Porträt des Schmieds aus Kümmersreuth gelungen. Beispiele, die sich beliebig fortführen lassen.
Zu jedem einzelnem Portrait gibt es eine Geschichte, die einiges über die abgebildete Person berichtet. Das Lesen der Texte lohnt sich auf jedem Fall, denn manches regt zum Schmunzeln an. Das ist beispielsweise der Mann mit der roten Kelle, ein Polizist. Ihm hat der Fotograf seinen ersten Strafzettel zu verdanken. Doch das ist mittlerweile schon über 30 Jahren her.

Manches Porträt steht für eine Reihe von Menschen, sagt Rosi Jörig. Trotzdem möchte die Ausstellung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Vorschläge werden vom Arbeitskreis noch gerne angenommen. "Vielleicht gibt es noch eine zweite Ausstellung zum Thema".

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 23. September, geöffnet; jeweils an Donnerstagen, Samstagen und Sonntagen von 14 bis 18 Uhr.