An den Fluglöchern der beiden Bienenkästen tut sich kaum etwas. Gewissheit darüber, wie die zwei Völker den Winter überstanden haben, werden die nächsten Wochen geben. Die Frühblüher im Schulgarten sind erste Nahrungsquellen für verschiedene Pollen- und Nektarsammler. In der Mittagssonne brummt es schon an den Beeten, obwohl es recht kalt ist. Einige Mädchen und Jungen aus der dritten Klasse machen sich an zwei Insektenhotels zu schaffen - das ältere wird mit Naturmaterialien wie Stroh, Rindenstücken und kurzen Bambusröhren befüllt, das neue für längere Haltbarkeit mit Wachs eingepinselt. Eine Hummel wird lautstark und freudig zur Kenntnis genommen. Die Kinder der "Bienen- und Garten"-AG unter der Leitung von Rektorin Ursula Schüßler treffen sich an ihrem freien Nachmittag, um dafür zu sorgen, dass sich Insekten auch künftig hier wohlfühlen und ein reiches Nahrungsangebot finden. Mit Unterstützung einiger Väter wird gewerkelt und geharkt.

Seit mehr als 25 Jahren dabei

Einer, der stets mit Rat und Tat zur Seite steht, ist Wolfgang Baumann. Er hat sich schon zur Schulzeit seiner eigenen Kinder um den Garten hinter der Pater-Lunkenbein-Schule gekümmert. Über 25 Jahre ist das her, und Baumann ist hier hängengeblieben. Im Februar hat er bereits Bäume und Sträucher geschnitten, längst sind auch Beete angelegt, die heuer wieder mit Gemüse bepflanzt werden. Die Kinder aus dem Hort betreuen sie mit, von der Ernte haben alle was. Damit jedes Kind weiß, was hier grünt und blüht, stecken überall beschriftete weiße Schildchen im Boden. Ein liebevoll angelegter Garten mit Wetterstation, Wasserlauf und Teich. Zwei Stellen innerhalb der Rasenfläche sind dazu auserkoren, Bienenweide zu werden. Dort hat Wolfgang Baumann bereits das Gras entfernt und den Boden für die Aussaat vorbereitet.

Die Samentütchen hat Schulleiterin Schüßler vom Obst- und Gartenbauverein bekommen. Die Mischung enthält unter anderem Ringelblume, Sonnenblume und Phacelia. Diese krautige Pflanze mit blauen Blüten wird übrigens selbst als "Bienenweide" oder "Bienenfreund" bezeichnet.

Die Idee, eine Bienenweide anzulegen, ist durch das kürzlich so erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" angestoßen worden. Man wollte auch etwas tun, noch mehr tun. Zwei Bienenvölker sind ja schon seit einigen Jahren im Schulgarten beheimatet. Nicht alle der derzeit 16 Kinder der AG Bienen und Garten sind gleichermaßen von der Imkerei angetan, aber dass sie sich sehr für die Natur interessieren kann Ursula Schüßler feststellen. Sie leitet diese Gruppe und sorgt, gemeinsam mit ihrem Partner, der selbst Imker ist, dafür, dass die Bienen auch in Ferienzeiten nicht vernachlässigt werden. In den Schulstunden stand während des Winters die theoretische Wissensvermittlung durch Filme und andere Unterrichtsmaterialien im Vordergrund. Jetzt aber geht es wieder raus in die Praxis.