Zur Bürgerversammlung kamen mehr Besucher als in den Jahren zuvor. Knapp 50 Interessierte verfolgten den Sachstandsbericht von Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) zu Lage der Gemeinde. In der Diskussion ging es vor allem um die Dinge des Alltags, die von den Menschen vorgebracht wurden.
Der Ebensfelder Uwe Böh sorgte sich um die Lebensqualität entlang der Hauptstraße, die seiner Ansicht nach schlecht ist. Den Grund sieht der Ebensfelder im zunehmenden Lkw-Verkehr, der durch den Ort rauscht. Die Anwohner litten unter Lärm und Staub und die Häuser bekämen Risse, führte er an. Im Durchschnitt fahre alle vier bis fünf Minuten ein 40-Tonner die Hauptstraße entlang. Das ergab eine von ihm durchgeführte private Verkehrszählung über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Diese Verkehrsbelastung mache sich bereits in Form von Spurrinnen im Straßenbelag bemerkbar.
"Ein 40-Tonner richtet so viel Schaden an, wie tausend Pkws", erklärte Böh. Vor diesem Hintergrund stelle sich ihm die Frage, ob die Hauptstraße überhaupt für ein erhöhtes Lkw-Aufkommen ausgelegt sei. Als Grund für die Zunahme nennt der Ebensfelder "Mautpreller", die, um Geld zu sparen, lieber durch Ebensfeld fahren.

Wann kommt die Umgehung?

Dieser Schwerlastverkehr stelle auch eine Gefahr für die Schulkinder dar, fuhr er fort. "Der Gemeinderat sollte sich einmal Gedanken über eine Umgehungsstraße machen", forderte Böh.
Laut Bürgermeister Storath ist die Hauptstraße eine Staatsstraße, die so ausgelegt sei, dass sie schnell den Verkehr von A nach B bringen könne. Als solche müsse sie auch die Belastung von 40-Tonnern aushalten. Außerdem habe kein Anwohner Geld für den Ausbau der Hauptstraße gezahlt. "Darin liegt der Vorteil einer Staatsstraße", sagte Bernhard Storath. Die Gemeindeverwaltung werde das Staatliche Bauamt Bamberg über dieses Problem informieren.
Dauerparker in der Rosenstraße fielen einem Bürger auf. Um diesem Problem zu begegnen, überlege die Gemeinde, ob sie nicht, wie in der Unteren Straße, ein einseitiges Halteverbot erlassen soll. Eine Weiterführung der Allee südlich von Unterneuses in Richtung Ebensfeld, am Radweg von Bad Staffelstein bis Ebensfeld, wünschte sich ein Bürger.
Das sei ein Wunsch, der laut Bürgermeister Storath kaum zu realisieren sei, da der Eigentümer des angrenzenden Grundstückes sich damit nicht einverstanden erklärte.
In diesem Jahr plant die Gemeinde eine Reihe von Bauvorhaben. Dazu zählt unter anderem die Sanierung der Friedhofskapelle. "Wir wollen die Kapelle erhalten, aber sie müsste dann auch genutzt werden", machte Bürgermeister Storath deutlich. Bei dem Bauwerk handle es sich um eine sehr schöne, aber auch sehr kleine Kapelle und genau darin liege das Problem. Für Beerdigungsfeiern sei sie zu klein. Auf jeden Fall soll die Kapelle nach der Sanierung täglich für die Bevölkerung geöffnet werden. Aktuell finde eine Überprüfung der Statik statt.

Glasfaserkabel für die Dörfer

Außerdem plant die Gemeinde, den Glasfaserkabelausbau für die umliegenden Dörfer anzugehen. Um alle Gemeindeteile mit Glasfaserkabeln zu versorgen, müsste die Gemeinde rund 1,5 Millionen Euro investieren. An Zuschüssen würde sie dafür nur etwa 500 000 Euro erhalten. Bürgermeister Storath sah darin eine gewisse Ungerechtigkeit, weil flächenmäßig kleinere Gemeinden im Landkreis den gleichen Zuschuss erhielten.
Der südliche Landkreis soll ebenfalls ein Feuerwehrauto mit einer Drehleiter erhalten, das künftig in Ebensfeld stationiert sein soll. Genau genommen soll Lichtenfels eine neue Drehleiter erhalten; die bisherige Lichtenfelser Drehleiter werde dann an die Ebensfelder Wehr abgegeben. Für dieses Fahrzeug müsse die Gemeinde aber eine Unterstellmöglichkeit bauen. Bürgermeister Storath geht von 1,5 Millionen Euro Kosten aus. An Zuschüssen wurden rund 500 000 Euro in Aussicht gestellt. Allerdings brauche die Wehr dann zehn Leute, die für die Bedienung der Drehleiter rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
In der Schule sei die Erneuerung der Brandmeldeanlage vorgesehen, und die Dorferneuerung in Sträublingshof werde in Angriff genommen, sagte der Bürgermeister.
Der Schuldenstand des Marktes Ebensfeld liege bei 3 369 000 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 599 Euro entspreche. Damit liege die Gemeinde unter dem Landesdurchschnitt von 746 Euro.