In der Bahnhofstraße 24 im Ärztehaus Obermain in Burgkunstadt hat gestern eine Palliativstation des
Hospiz- und Palliativzentrums Bamberg eröffnet. Bürgermeister Heinz Petterich (FWS) freute sich über die sinnvolle Nutzung des Gebäudes. Er überreichte dem Leiter der Einrichtung, Dr. Jörg Cuno, das Stadtwappen von Burgkunstadt. Landrat Christian Meißner (CSU) sah in der Palliativstation einen wichtigen Baustein der ärztlichen Versorgung im Landkreis Lichtenfels.
Von der Friedrich Baur-GmbH, Eigentümer des Gebäudes, gratulierte Bernhard Betz. Der Geschäftsführer würdigte die Entwicklung des Ärztehauses, das trotz einiger Widerstände zu Beginn nun eine hohe Akzeptanz erfahre und einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in der Region leiste.

Mit 24 Kräften besetzt

Ärzte und Pflegekräfte der
spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) Bamberg haben neben einer fachspezifischen Weiterbildung langjährige berufspraktische Erfahrung im Bereich der Palliativversorgung, machte Cuno deutlich. Aktuell seien 18 Pflegekräfte und sechs Ärzte im SAPV-Team tätig. Die Patienten und Angehörigen des Stützpunkts Burgkunstadt werden zu Beginn von Cuno, Fachkrankenschwester Marion Voigtmann und dem pflegerischen Leiter des Hospiz- und Palliativzentrums Bamberg, Alexander Sieber, betreut.

Wesentliche Neuerung

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung gehöre sicherlich zu den besten und wesentlichsten Neuerungen im Gesundheitswesen der letzten Jahre und sei ohne Zweifel "ein Meilenstein in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen", sagte der leitende Arzt.
Jörg Cunos Ausführungen zufolge ermöglichen Ärzte und Pflegekräfte mit jeweils fachspezifischer Zusatzqualifikation und jahrelanger Praxiserfahrung zahlreichen Menschen das Leben zu Hause bis zuletzt - und das sowohl in der eigenen Häuslichkeit als auch in Seniorenheimen.
Im Vordergrund stehe hierbei die "Linderung der Symptomlast und die damit verbundene Verbesserung der Lebensqualität", unterstrich Cuno. Durch "die besondere Einbindung der Angehörigen, einer tragenden Säule der Hospiz- und Palliativarbeit", werde zudem auch das pflegende Umfeld der betreuten Patienten bei drohender Überlastung mit der häuslichen Versorgung unterstützt. Beispielsweise werden weitergehende Betreuungsmöglichkeiten aufgezeigt, bei instabilen Patienten komme eine ärztliche und pflegerische 24-Stunden-Rufbereitschaft hinzu.
Laut Alexander Sieber, dem pflegerischen Leiter des Teams, wird erfahrungsgemäß bereits dieses "Sicherheitsversprechen", das den Betroffenen gegeben wird, als sehr entlastend, beruhigend und stabilisierend empfunden.
Das Leistungsangebot stelle hierbei immer eine Ergänzung der bereits bestehenden Versorgungsstrukturen dar. Neben den Patienten und ihren Zugehörigen profitierten daher in erster Linie die behandelnden Haus- und Fachärzte, ambulante Pflegedienste sowie Seniorenheime. Weitere Informationen unter: www.palliativ-portal.de.

Sinnvolle Nutzung gefunden

Das ehemalige Gefolgshaus der Schuhfabrik und spätere Call-Center des Baur-Versands sei einer sinnvollen Nutzung zugeführt worden, machte Bernhard Betz deutlich. Er erinnerte daran, dass dort 2009 das Ärztehaus Obermain Burgkunstadt eröffnet wurde. In dem Haus befänden sich verschiedene Fachdisziplinen unter einem Dach.
Durch eine enge interdisziplinäre Kooperation der Ärzte werde mit einem neuen Konzept die optimierte Betreuung der Patienten geboten. Es ermögliche einen zeitnahen Austausch von Untersuchungsergebnissen und darüber ein sinnvolles Konzept mit persönlicher und individueller Beratung bei gemeinsamen Patienten.
Neben der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen gilt das Interesse insbesondere der Erhaltung der individuellen Gesundheit und Vorbeugung von Krankheiten. Abgerundet werde das Angebot des Hauses durch eine Praxis für Physiotherapie und Logopädie, ein Augenoptik-Fachgeschäft sowie eine Apotheke.