Ein fauliger Geruch lag am Montagabend in der Luft. Wer hätte auf dem Gelände einer Kläranlage auch etwas anderes erwartet? Eher ungewöhnlich mutete den Mitgliedern des Weismainer Bauausschusses der Blick in ein leeres Belebungsbecken an. Das hat seinen guten Grund: Das Belüftungssystem für die beiden Belebungsbecken in der Weismainer Kläranlage, die jeweils vier Millionen Liter Abwasser fassen, wird derzeit auf den neuesten Stand gebracht. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf 550 000 Euro.

Am Montagabend informierten sich die Mitglieder des Gremiums aus erster Hand über den Fortgang der Bauarbeiten, die bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein sollen.
Derzeit läuft die Anlage im Notbetrieb: Während im hinteren Becken die Sanierungsarbeiten bereits abgeschlossen sind und die Bakterien bereits fleißig mit dem Abbau von Schadstoffen beschäftigt sind, herrscht in dem anderen, in dem das Wasser abgelassen worden war, Ebbe. Ingenieur Erich Hahn vom Ingenieurbüro IBP aus Kulmbach, Klärwärter Manfred Kohles und Stadtbaumeister Markus Endres erläuterten die Maßnahme.

Angestoßen hatte sie die 23 Jahre alte Beckenkrone, an der der der Zahn der Zeit arg genagt hatte. Endres deutete auf kleine am Boden liegende Teile, die aus dem Beton gebrochen waren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der wuchtige motorbetriebene Arm, der in der Fachsprache Räumerbrücke heißt, jahrein, jahraus über die Kronenabdeckung kreist. An der Brücke ist nämlich die Belüftungseinrichtung befestigt, über die Sauerstoff in das Abwasser eingeleitet wird. Beim Kreisen liegt der Arm schwer auf dem Abdeckbeton.

Anders beim bereits erneuerten Becken: Hier dient die Brücke nur noch als Zugang zum Mittelbauwerk. Und wie gelangt der Sauerstoff in das Abwasser? "Auf die Beckenkrone wurde eine Ringluftleitung installiert. Über zahlreiche Luftzuleitungen ist diese mit sogenannten Streifenbelüftern verbunden, die auf den Beckenboden geschraubt worden waren", erläuterte Hahn. Als Vorzug der neuen Belüftungsanlage pries er die lange Lebensdauer von 20 Jahren an. Beim alten System habe man, so der Experte, alle fünf bis sechs Jahre Wartungsarbeiten durchführen müssen.

Zwei Bauanträge erhielten das Einvernehmen. Sie waren von folgenden Firmen und Personen eingebracht worden: Püls Bräu KG (kleine Erweiterung des bestehenden Firmengebäudes) und Florian Rutkowski (Anbau an das bestehende Einfamilienwohnhaus in Weismain).