Die Kinder der Klasse 4a in der Grundfelder Schule wissen es natürlich: Gestern durften sie auch bei großem Durst keinen Schluck aus den Wasserhähnen im Schulhaus nehmen. Denn momentan hat das nicht wie sonst Trinkwasserqualität. "Wir haben das heute früh erfahren und die Kinder in den Klassen gleich aufgeklärt", sagt Lehrerin Beatrix Rost.

Die meisten Kinder haben selber etwas zu trinken dabei, dazu kam ein kleiner Vorrat an Mineralwasser, dazu kochte man auf Vorrat mit einem Wasserkocher im Lehrerzimmer wie empfohlen ein paar Liter Wasser als Reserve ab.


Grenzwert muss bei Null liegen

Bei einer Routineuntersuchung in Grundfeld, Vierzehnheiligen und Wolfsdorf wurden Spuren von Bakterien gefunden.
"Und für die gilt der Grenzwert Null", sagt Andreas Matthes, Wasserwart der Stadt Bad Staffelstein.
"Das ist eine Sicherheitsmaßnahme", sagt Pressesprecher Andreas Gorsch vom Landratsamt über die Warnung und den Hinweis auf das Abkochen. "Man kann schwer sagen, welche Gefahr für einen Menschen davon ausgeht. Das hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa sein gesundheitlicher Allgemeinzustand ist. Deshalb haben wir auch eine Chlorung angeordnet."

Gestern Nachmittag war Matthes unterwegs, um diese Chlorung durchzuführen. "Dabei kommt eine spezielle Chlorart zum Einsatz. Das ist eine andere, als sie zum Beispiel in Schwimmbädern verwendet wird." Er gibt die Mittel in flüssiger Form in die drei Sammelbehälter, von denen je einer in Grundfeld, Vierzehnheiligen und Wolfsdorf steht.

Diese Teile im Gemeindegebiet von Bad Staffelstein beziehen ihr Wasser aus insgesamt sieben Quellen, die unterhalb von Vierzehnheiligen im Wald entspringen. Zwei davon geben das Wasser für Wolfsdorf, die anderen für Grundfeld und Vierzehnheiligen.

Außerdem hat er nun nicht nur neue Proben bei in den drei Ortschaften gezogen, sondern auch noch einzeln an jeder der sieben Quellen. "Dann weiß ich, ob eventuell nur eine betroffen ist und wir die dann vom Netz nehmen können."

Die Vorschriften sagen, dass die Quellen routinemäßig viermal im Jahr geprüft werden, die Proben gehen ans Landratsamt, dazu kommt eine jährliche Probenentnahme, bei der noch mehr Parameter geprüft werden, und die zusätzlich auch noch ans Wasserwirtschaftsamt geht.


Kein ungewöhnlicher Fall

Doch wie kann es zu diesen Verunreinigungen, die menschlichen oder tierischen Ursprungs sind, kommen? Solche Fälle kommen selten vor, sind aber nicht ungewöhnlich.

Andreas Matthes vermutet, dass die starken Regenfälle in der vergangenen Zeit der Auslöser für die Lage in den Orten gewesen sein könnten. Dann gelange so viel Wasser durch die Erde, dass der Boden seine natürliche Filter- und Reinigungswirkung verliere.

Momentan gilt die Warnung von Landratsamt Lichtenfels und Stadt Bad Staffelstein weiter. Matthes bekommt die neuen Messergebnisse am Samstag. Dann kann man sagen, ob die Qualität des Wassers wieder stimmt.