Malaria und Hunger. Zwei Wörter, die in Tansania Angst und Schrecken verbreiten. Denn: Können sich die Betroffenen keine Behandlung leisten, sterben sie an den Folgen. Ein Zustand, mit dem sich Corinna Haßler aus Ebensfeld nicht abfinden möchte.

Deshalb engagiert sich die 27-Jährige im Verein Kivuko, der Geld sammelt, um kranken Menschen in Tansania zu helfen - bevorzugt Älteren und Kinder mit Behinderungen, die in Afrika als wertlos angesehen werden. Anfang des Jahres reiste die Physiotherapeutin von ihrem eigens angesparten Geld in den afrikanischen Staat, um sich ein Bild von der Lage zu machen.


Alle Patienten sind Notfälle

Ihr Anliegen: Sich mit den Kontaktpersonen treffen, ehemalige Patienten aufsuchen und herausfinden, wer als Notfall Anspruch auf Unterstützung vom Verein hat. Doch das war schwieriger als gedacht. "Der Bedarf ist unwahrscheinlich hoch. Alle Patienten sind Notfälle, stehen kurz vor dem Tod", beschreibt sie die Situation.
Neue Patienten rund um Rulenge, einem ärmeren Bezirk im Nordwesten Tansanias, zu finden, sei nicht schwer. "Unsere Kontaktperson, ein Arzt, entdeckt ständig hilfsbedürftige Leute. Man braucht nur die Straße entlang zu laufen", erklärt sie. Erst kürzlich habe der Arzt einen Jungen gefunden, der von seinen Eltern im Stich gelassen wurde und in einem Klassenraum Schutz suchte.

Spätestens nach ihrem Besuch in Tansania weiß die Physiotherapeutin: Nachsorge ist wichtig. "Wir müssen schauen, wie es den Menschen hinterher geht und ob sie Unterstützung brauchen, damit sie rechtzeitig behandelt werden." Für einen zweijährigen Jungen, dem Corinna Haßler bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit vor ein paar Jahren für den Weltfreiwilligendienst geholfen hatte, kam jede Hilfe zu spät. Als sie ihn Anfang des Jahres noch einmal besuchen wollte, erfuhr sie, dass er verhungert ist. Eine Nachricht, die sie schockte. "Ich habe Menschen kennengelernt, bei denen ich wusste, dass sie mit ihrer Krankheit in Deutschland nicht sterben müssen."

Damit in Zukunft besser geholfen werden kann, möchte sie mit den restlichen Mitgliedern des Vereins über die Erhöhung des Hilfsfonds sprechen. Außerdem möchte sie neben den Geldspenden auch eine "Hilfe zur Selbsthilfe" einführen.


Hilfe zur Selbsthilfe

Der Weltfreiwilligendienst habe beispielsweise einen Hühnerstall gebaut, von dem die Menschen ihre Medikamente bezahlen konnten - einfach, indem sie die Eier verkauften. Eine nachhaltige Lösung, die nicht nur "ein Tropfen auf den heißen Stein ist", sagt Corinna Haßler.

Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet unter www.kivuko.de oder beim Infotag am Samstag, 4.Juni, um 15 Uhr beim Bund der katholischen Jugend in der Dr. von Schmitt-Straße 16 in Bamberg. (Gebäude des Jugendtreffs "Immerhin")