Es gab einen Stichtag: Am 16. Oktober 2012 mögen es wohl so um die 15 bis 20 Personen gewesen sein, die dazu beitrugen, den Kinderspielplatz im Ort zu verschönern - zu erneuern sogar. Der Clou daran: Die Mitglieder der Gartenfreunde Grundfeld taten dies ehrenamtlich, in einer Gemeinschaftsaktion, und traten bei bester Planung finanziell sogar noch in Vorleistung. Am 27. April war Einweihungsfeier.
Eigentlich war alles ein ganz klein wenig anders. Der Spielplatz war schon ein wenig länger marode. Und das fiel auch schon vor zwei Jahren auf. Aber die Stadt Bad Staffelstein, die für den Erhalt der Spielplätze im Stadtgebiet zuständig ist, hatte nicht ausreichend Budget.

"Unsere Idee war: Wenn die Stadt nicht so viel Geld hat, müssen wir selber was machen." Die das sagte, ist Maria Will, Vereinsvorsitzende und als solche "Frau der ersten Stunde", in der die Idee zur Selbsthilfe geboren wurde.
Ihre Tochter Kathrin hatte sogar eine Planungsmappe bei der Stadt Bad Staffelstein eingereicht. Auf ihr finden sich Überlegungen zum künftigen, weitgehend jetzigen Aussehen des Spielplatzes. Junge Eltern haben sich in die Planung eingebracht, und eine ihrer Beobachtungen war, dass der Spielplatz auf jeden Fall "zu schattig" sei. Das Sonnenlicht verdunkelndes Blätterwerk, störendes, in den Sandkasten fallendes Laub im Herbst und reparaturbedürftiges Spielzeug.

Michael Stromer ist Kreisfachberater, zuständig für Gartenbau und Landespflege im Landkreis. Das Ab- und Beschneiden von Bäumen ist seine Sache weniger. Eher das Gegenteil ist sein Fall, der sich durch Pflege und Bewahrung äußert. Auch Stromer denkt über eine künftige Initiative nach, die dem Zustand der Spielplätze im Landkreis mehr Beachtung schenkt. So gesehen, kam das Engagement der Grundfelder diesem Gedanken zuvor.
Stromer erinnert sich noch gut an die Arbeiten am 16. Oktober: "Wir haben Boden verfahren und Ausschnittarbeiten an Sträuchern vorgenommen, zwei Wägen voll ausgeastet."
Versorgt wurden sie dabei auch. "Aus der Nachbarschaft kam die Mathilda und hat uns Kaffee und Kuchen gebracht", sagt Maria Will über eine weitere Form der Vereinsfürsorge.

"Sowas noch nicht erlebt"

Neben Stromer war mit Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann eine zweite Person gekommen, die eine Institution des Kreises vertritt. "Es funktioniert sehr gut in Grundfeld", lobte Kohmann so viel bürgerschaftliches Engagement. Als Bürgermeister habe er "sowas noch nicht erlebt".
Dieses Sowas hat auch mit einer alten Grundfelder Tradition zu tun: Alljährlich gibt es ein Backofenfest. Aus diesem resultieren Erlöse, und aus diesem Erlös wiederum resultierte die Neuanschaffung zweier Spielgeräte. Bei einem Lokaltermin waren drei jungen Grundfelder Müttern, Ines Brozio, Daniela Schad und Marion Trunk, weit vor der Verschönerung des Spielplatzes - neben der relativen Dunkelheit auf dem Platz - nämlich auch Mängel an Geräten wie Schaukeln oder Wippen aufgefallen.

Aber weil eigentlich die Stadt Bad Staffelstein für Neuanschaffungen und Reparaturen für und auf Spielplätzen im Stadtgebiet zuständig ist, betrachtet Kohmann die Verwendung des Erlöses aus dem Backofenfest als Vorfinanzierung. Diese soll auch an die Grundfelder zurückgezahlt werden.
Ein Kind schnitt zur Spielplatzeinweihung mit der Schere das Absperrband durch. Eines von denen, die jetzt ihren Spaß an dem neuen Tummelplatz, samt seinen Geräten, haben werden, auch an der neu angeschafften Kletterwand. Lange mussten sie warten, denn am 16. Oktober wurden sie "verscheucht", damit gearbeitet werden konnte. Dann kam der Winter, und der Spielplatz durfte - auch wegen des neu angepflanzten Rasens - nicht betreten werden.