Leuchtende Kissen von gelbem Mauerpfeffer und weißen Margeriten strahlen den Besuchern mit orangenen Lilien und farbenprächtigen Lupinen von der Trockenmauer entgegen, die das Hanggrundstück der Familie Wilder in der Professor-Kist-Straße 8 in Burgkunstadt umgibt. Dazwischen sind schon die Rosen erblüht, und das kräftige Grün verschiedener Büsche sowie Apfel- und Kirschbäume rundet das Stimmungsbild ab. Dass Gertrud und Anton Wilder seit ihrem Einzug viel Zeit und Herzblut in ihren Garten gesteckt haben, erkennt man auf den ersten Blick. Die Trockenmauer hat Anton Wilder eigenhändig mit Jurakalksteinen aufgeschichtet, die er bei Mosenberg gesammelt und herangeschafft hat. In den 1970er Jahren sorgten sie damit für Aufsehen, denn zu der Zeit schworen viele auf betonierte Wände, die angeblich ewig halten sollten. Die Trockenmauer steht heute noch, die zementierte Wand der Garage wurde zwischenzeitlich durch Gabionen mit Kalksteinen ersetzt, in der sich ebenfalls Pflanzen und Tiere ansiedeln können.
Weil die Eheleute von der Vermehrung der Stauden bis hin zur Anlage der Trockenmauern und Beete fast alles selbst gemacht haben, sind sie eng mit ihrem Garten verwurzelt und wissen manche Anekdote zu berichten, die sie zum Beispiel mit dem Kastanienbaum verbindet, den ihre Kinder aus einer Kastanie selbst gezogen haben.


Verzicht auf Spritzmittel

Bei der Bewirtschaftung legen die Wilders Wert auf Natürlichkeit: Statt Dünger verwenden sie selbst erzeugten Kompost, zum Gießen das in Tonnen aufgefangene Regenwasser vom Dach, und auf Spritzmittel gegen Schädlinge verzichten sie. "Ein Wurm im Apfel stört doch nicht", erklärt Anton Wilder, Spritzmittel kommen für ihn und seine Frau nicht in Frage.
Im Garten der Familie Wilder fand die offizielle Auftaktveranstaltung zum "Tag der offenen Gartentür 2017" mit Landrat Christian Meißner und Kreisfachberater Michael Stromer statt. Auch Dietmar Laude, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Mainroth und Umgebung, und seine Stellvertreterin Ruth Mohrand hatten sich eingefunden.
Neben den Wilders beteiligen sich noch zwölf Anwesen am "Tag der offenen Gartentür" am Sonntag, 25. Juni, im Raum Burgkunstadt. Innerstädtisch ist das noch die Familie Schardt in der Franz-Roscher-Straße 14. In Mainklein machen die Familien Kohles (Häckergrund 11) und Familien Lang/Müller (Häckergrund 4) mit, in Mainroth kann die Streuobstwiese des Pfarrgartens (Unterer Berg 4 ) besichtigt werden, außerdem stehen die Gartentüren der Familien Hennemann (Kirchacker 3), Foltes (Pfarrer-Böhmer-Straße 30), Oetter (Weidenburg 28), Eber (Weidenburg 27) und Marr (Oberer Berg 19) offen. Im Vereinsgebiet das Mainrother Gartenbauvereins geht es dann weiter in den Landkreis Kulmbach. In Rothwind beteiligen sich der Naturkostladen Biolino (Am Rohrbach 2), Familie Fiedler (Festweg 4) und in Fassoldshof Familie Mahr (Kellergasse 1).


Verein begeht "125-Jähriges"

Der Mainrother Gartenbauverein bietet im Pfarrgarten der katholischen Kirchenstiftung neben dem Jugendhaus St. Heinrich (Unterer Berg 4/6) eine Versorgungsstation mit Kaffee, Kuchen, Bratwürsten und Getränken - und nicht zu vergessen Toiletten an. Am Infostand der Jugendgruppe "Wald- und Wiesenbande" wird über Wildbienen informiert. Der Obst- und Gartenbauverein, gegründet 1892, ist einer der ältesten Gartenbauvereine des Kreisverbandes Lichtenfels. Mit der Beteiligung am diesjährigen "Tag der offenen Gartentür" und der Bewirtung der Gäste feiert der Verein gleichzeitig sein 125-jähriges Bestehen. Weil sich das Vereinsgebiet über die Landkreisgrenzen ausdehnt, sind neben Gärten im Landkreis Lichtenfels auch welche im Landkreis Kulmbach zu besichtigen.