Jetzt wird es richtig kritisch für Ernst Jegel, Besitzer des Kiosks am Staffelsteiner Bahnhof. Die Bahn kündigt ihm Ende Februar den Ticketverkauf. "Ernst Jegel darf für uns keine Fahrkarten mehr vertreiben", teilt eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage der Redaktion mit. Als Grund nennt sie vertragliche Differenzen - was auch immer das heißen mag.


Jegel schuldet der Bahn Geld

Für den Kioskbesitzer ist das die Spitze des Eisbergs, da er bereits schon vorher um die Existenz seines Kiosks bangen musste.

Auch die Streckensperrung zwischen Hallstadt und Bad Staffelstein für den ICE-Ausbau macht dem Kioskbesitzer zu schaffen. Das erzählte er der Redaktion vor ein paar Wochen in einem Interview. Bahnfahrer blieben aus und auch die Stammkunden fänden nicht mehr den Weg zu ihm.

Doch auch schon vorher sei es am Bad Staffelsteiner Bahnhof nicht allzu gut für ihn gelaufen, erzählte er. Mit der Kündigung durch die Deutsche Bahn fällt jetzt eine weitere Einnahmequelle weg.

Auf Nachfrage der Redaktion bestätigt auch der Kioskbesitzer die Kündigung des Unternehmens. "Ja, weil ich krank geworden bin und bei der Bahn in Zahlungsverzug gekommen bin", so Ernst Jegel. Mittlerweile habe er mit dem Kiosk fast 15 000 Euro Schulden, die er momentan nicht bezahlen könne.


Jegel hofft auf "Mein Fernbus"

Die Hoffnung, den Kiosk retten zu können, hat Ernst Jegel trotzdem noch nicht aufgegeben. "Zeitungen und Getränke bleiben ja im Verkauf", sagt er. Zudem verkauft er Fahrkarten für "Mein Fernbus". Momentan halten diese Busse jedoch nur in Bamberg und Coburg. "Noch hat der Landkreis Lichtenfels leider keine Haltestelle genehmigt, aber hoffentlich kommt das noch."

Unter den Fahrkartenverkauf für die Deutsche Bahn haben sowohl Ernst Jegel als auch das Unternehmen selbst einen endgültigen Strich gezogen.


Suche nach einer Lösung

Doch das soll nicht das generelle Ende für einen persönlichen Fahrkartenverkauf in Bad Staffelstein sein. "Wir bemühen uns, so schnell wie möglich eine neue Verkaufsstelle zu ermöglichen. Doch noch gibt es nichts Konkretes", teilt die Sprecherin der Deutschen Bahn mit.