SchwürbitzZu einer Lichterprozession im Kampf gegen rechtes Gedankengut hatte das Bündnis "Lichtenfels ist bunt" nach Schwürbitz eingeladen. Rund 250 Bürger zeigten unter der Führung von Pfarrerin Anne Salzbrenner und Pfarrerin Tanja Vincent aus Schney Flagge gegen den AfD-Kreisverband, der zur Faschingszeit zu einem politischen Narrenabend in den Gasthof "Zum Hirschen" eingeladen hatte.

"Ich denke es ist richtig und notwendig, dass wir in dieser Zeit Flagge zeigen für eine bunte Welt, in der wir miteinander, nicht gegeneinander leben wollen. Eine Zeit in der wir das Gesinnungsgut aus längst vergangenen Tagen nicht brauchen. Wir brauchen die Braunen nicht weder in den Stadträten noch in unseren Gemeinderäten," verkündete Pfarrerin Anne Salzbrenner.

Auf die Bedeutung jeder einzelnen Stimme bei den anstehenden Wahlen ging Pfarrerin Tanja Vincent ein. Mit einer Fabel, in der sich eine Taube und eine Meise über das Gewicht einer Schneeflocke austauschen, machte sie deutlich, dass eine einzelne Stimme den entscheidenden Ausschlag geben kann.

Von der evangelischen Kirche aus bewegte sich der Zug singend und unter Polizeischutz sowie Feuerwehrbegleitung in Richtung Michelauer Straße am Gasthof "Hirschen" vorbei. Eine Konfrontation war nicht zu erwarten, da das Treffen der AfD erst rund zwei Stunden später begann.

Lediglich die gebürtige Hoferin Heike Kunzelmann, die als Bezirkstagskandidatin für den Kreisverband Lichtenfels antritt, erwartete den Zug im himmelblauen AfD-Anorak mit auffälligem Federschmuck auf dem Kopf. Verkleidet als Indianerin bot sie den Vorüberziehenden die Friedenspfeife an: "Wir sollten aufhören übereinander zu reden anstatt miteinander", lautete ihre Botschaft, die allerdings keinerlei Beachtung fand.

Stattdessen bog der Zug in die Erhard-Vogel-Straße ein, die hinaufführt zum "Maintaldom" der katholischen Herz-Jesu Kirche.

Dort fand vor und anschließend im Innern der Kirche die Schlusskundgebung statt unter dem Leitgedanken "Hass ist keine Meinung."