Es lag etwas von Melancholie, von Abschiednehmen in der Luft. Das hing nicht allein mit dem Herbst an sich zusammen, sonders es war die letzte Feier der Pflegestation im Lichtenfelser Klinikum für ihre Bewohner. Am 27. November steht für die meisten von ihnen der Umzug ins neue BRK-Wohn- und Pflegeheim an. Bei manchen schleichen sich gemischte Gefühle ein. "In diesem Alter noch einmal umzuziehen, ist ein großer Einschnitt für einen Menschen", gab der Enkel eines 90-Jährigen zu bedenken. Er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. "Einen alten Baum", sagte er, "verpflanzt man nicht." Alte Menschen bräuchten eine gewisse Konstanz im Leben. Auf der Pflegestation habe der 90-Jährige sowohl seinen Zimmernachbarn, wie auch seine Umgebung gekannt. "Es kann einem niemand garantieren, dass er wieder mit bekannten Gesichtern zusammen kommt", sagte der Enkel.
Im Vorfeld des Umzugs habe es Bewohnersprechstunden gegeben, bei denen Angehörige wie die künftigen Bewohner Zimmerwünsche hätten äußern können, das ist auf Nachfrage vom stellvertretenden BRK-Kreisgeschäftsführer Stephen Bauersachs zu erfahren. "Bei der Belegung der Zimmer hatten den Wünschen der Bewohner und deren Angehöriger die höchste Priorität." Das habe dazu geführt, dass bestehende Nachbarschaften künftig nicht mehr bestehen werden. "Dazu waren die Wünsche zu unterschiedlich", sagt Bauersachs.