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Loffeld
Solidarität

Corona-Virus: Loffelderin übernimmt Kinderbetreuung

Seit Anfang der Woche sind Schulen und Kindergärten zu. Vanessa Fleischmann aus Loffeld möchte Eltern behilflich sein und bietet Kinderbetreuung an.
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Mit Büchern, Lego-Steinen oder Gesellschaftsspielen ist die 24-jährige Vanessa Fleischmann gut darauf vorbereitet, privat für ein paar Stunden auf Kinder im Raum Bad Staffelstein aufzupassen. Foto: Mirjam Stumpf
Mit Büchern, Lego-Steinen oder Gesellschaftsspielen ist die 24-jährige Vanessa Fleischmann gut darauf vorbereitet, privat für ein paar Stunden auf Kinder im Raum Bad Staffelstein aufzupassen. Foto: Mirjam Stumpf

Das Internet wird zurzeit von dem allgegenwärtigen Wort "Corona-Virus" beherrscht. Umso deutlicher stechen deshalb zwischen Live-Übertragungen von Pressekonferenzen und aktualisierten Statistiken zu Fallzahlen ehrlich gemeinte Hilfsangebote wie das von Vanessa Fleischmann heraus. Nachdem am vergangenen Freitag der Beschluss publik geworden ist, dass Kindergärten und Schulen vorerst bis zum Ende der Osterferien geschlossen bleiben werden, hat die 24-Jährige aus Loffeld umgehend eine private Kinderbetreuung angeboten. "Ich finde, das ist angebracht, wenn alles drunter und drüber läuft", sagt sie.

Nicht im Risikogebiet aufgehalten

Über ihr Profil im sozialen Netzwerk Facebook hat sie deshalb noch am Sonntag einen öffentlich einsehbaren Beitrag geschrieben. In diesem ruft sie dazu auf, dass Eltern im Raum Bad Staffelstein sich bei ihr melden können, wenn sie noch keine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder gefunden haben, aber eine benötigen. "Ob es nun Freunde, Bekannte oder Fremde sind - mehr als anbieten kann ich es nicht", schreibt sie dort. Außerdem lässt sie nicht unerwähnt, dass sie sich in den vorherigen Wochen in keinem Risiko-Gebiet aufgehalten hat.

Vorerst beziehe sich ihr Angebot auf die laufende Woche, denn in der habe sie ohnehin Urlaub. "Ich bin sowieso daheim", sagt Vanessa Fleischmann im Hinblick auf abgesagte Veranstaltungen und eingeschränkte Reisemöglichkeiten. Bevor sie dann in der freien Zeit ständig die Wohnung putze, könne sie auch etwas Sinnvolles tun, meint die 24-Jährige.

Die Resonanz ist positiv

Auf ihr Angebot hat sie bisher viel Zustimmung anderer Online-Nutzer bekommen, die ihren Einsatz wertschätzend kommentiert haben. "Hab' zwar keine Kinder, aber ich hätte sie ohne zu zweifeln in deine Obhut gegeben", schreibt beispielsweise einer.

Bisher haben sich zwar nur zwei Personen aktiv auf das Angebot gemeldet, die eine Kinderbetreuung letztendlich aber doch noch anderweitig regeln konnten. Aber wenn anschließend an diese Woche der Bedarf weiterhin bestehen sollte, könne sie ihre Freizeit auch möglichst flexibel gestalten, sagt Vanessa Fleischmann.

Im Moment befindet sie sich in der Ausbildung zur Justizsekretärin am Amtsgericht Coburg, da arbeite sie ohnehin mit Gleitzeit und könne sich einzelne Nachmittage frei halten. Ihr sei es aber vor allem wichtig, dass möglichst viele Menschen mitbekommen, dass sie gerne helfen möchte.

Die Anregung, Betroffenen auf diese Art zu helfen, hat Vanessa Fleischmann durch ihr Umfeld erhalten, da sie und drei weitere Familien in der direkten Nachbarschaft eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe pflegen. Eine der Familien habe ein kleines Kind, erzählt sie, deswegen habe sie angeboten, auf das Kind aufzupassen, wenn die Eltern für ein paar Stunden Ruhe bräuchten. Daraufhin habe sie beschlossen, dass sie das, was im Kleinen möglich ist, auch in größerem Rahmen anbieten könne.

"Daheim habe ich erst überlegt, denn wenn ich es anbiete, ziehe ich das auch durch", sagt sie. Eigene Kinder hat sie zwar nicht, doch sie passe manchmal auf ihre neunjährige Cousine auf. "Würde ich es mir nicht zutrauen, würde ich es auch nicht anbieten", ist die 24-Jährige überzeugt. "Und es ist ja kein Nebenjob, sondern ein Angebot."

Mit Spielzeug ausgestattet

Gut ausgestattet, um dem einen oder anderen Elternteil unter die Arme zu greifen, sei sie. Zu Vanessa Fleischmanns Wohnung in Loffeld gehört ein Garten, in dem man bei allmählich steigenden Temperaturen draußen spielen könne. Da die Wohnung im Haus ihrer Eltern liegt, seien auch noch Spielsachen von der Barbie-Puppe bis zu den Lego-Steinen und Gesellschaftsspielen vorhanden.

Andernfalls könne sie auf die Kinder auch in deren Zuhause aufpassen. Mit dem eigenen Auto ist Vanessa Fleischmann mobil. In einem solchen Fall würde sie sich aber auf jeden Fall mit den Eltern absprechen, schließlich habe jede Familie eigene Vorstellungen von der Kinderbetreuung.

Die Nachbarschaft ist versorgt

Über eine Unterstützung älterer Menschen beim Einkaufen hat Vanessa Fleischmann bisher noch nicht nachgedacht. Wenn jemand gezielt danach fragen würde, würde sie das wohl auch machen. Gleichzeitig habe sie aber das Gefühl, dass ihre Nachbarschaft weitgehend gut versorgt ist. "Auf dem Dorf sind eher Verwandte in der Nähe als vielleicht in der Stadt", vermutet sie.

Bei der Kinderbetreuung gehe es ihr letztlich um Hilfsbereitschaft und Solidarität. "Jeder hängt in der Luft wegen neuer Verordnungen", sagt sie. "Ich finde: Eine gegenseitige Hilfe ist selbstverständlich."

Kontakt

Vanessa Fleischmann bietet die Kinderbetreuung prinzipiell für Kinder jeden Alters an. Zu erreichen ist sie unter der mobilen Telefonnummer 0176/61300408. Außerdem kann man sie über Facebook unter ihrem Realnamen kontaktieren.