Ein "verrückter Hund", eine städtische Wiese, eine gefährliche Körperverletzung und ein womöglich ungeschicktes Verhalten eines Polizisten - der Amtsgerichtsprozess gegen einen Landwirt aus dem Raum Lichtenfels hatte viele Seiten. So viele, dass es mit einem Prozesstag nicht sein Bewenden haben wird.

War der Fall selbst schon nicht ganz eindeutig, so sorgte der Fauxpas eines Polizeibeamten auf dem Flur des Gerichts für Irritation bei Richter Thomas Pohl und Staatsanwalt Johannes Berg. Sie wurden während des Prozesses gegen den beschuldigten Landwirt von dessen Frau im Zeugenstand darauf hingewiesen, dass ein Polizeibeamter einem Zeugen auf dem Gerichtsflur Akteneinsicht in den Fall gewährt habe. Ein krasses Fehlverhalten, denn das Gelesene könnte dem Zeugen, der immerhin das Opfer einer mit einer Harke verabreichten Tätlichkeit war, als Erinnerungsstütze dienen. Darf es aber nicht.