Zum Heiligen Abend werden die beiden Glocken der Anna-Kapelle zur Seniorenmette einladen. Fast zwei Jahre hatten sie geschwiegen, weil sie von der Passauer Firma Perner überholt werden mussten.

Um die Anna- und die Leonhard-Glocke an ihren angestammten Platz zu hieven, musste am Montag die Bamberger Straße für den Verkehr gesperrt werden. Mit einem schweren Spezialkran wurden die beiden Glocken, die 1947 in Bamberg gegossen worden sind, zum Dachreiter der Anna-Kapelle hinauf befördert. Doch bevor es soweit war, segnete Pfarrer Georg Birkel die Glocken.


Glockenstuhl wurde stabilisiert

Während sich die Glocken in Passau befanden, hatte der Staffelsteiner Zimmermann Adolf Geuß (82) zusammen mit Markus Knipper von der Firma Görtler & Schramm den Glockenstuhl restauriert. Sie stabilisierten die Holzverstrebungen und ergänzten Verschraubungen.

Wie schwer die Glocken sind, weiß keiner so genau. Sie dürften wohl zwischen zwei und dreieinhalb Zentner wiegen.
Während die Anna- und die Leonhard-Glocke am langen Arm des Krans baumeln und langsam hinauf schweben zum Dachreiter, sehen ihnen von der Bamberger Straße einige Schaulustige nach. Kirchenpfleger Peter Würker ist auch gekommen, um die Installation zu verfolgen und sie fotografisch zu dokumentieren.


Details zur Stiftung unbekannt

Beide Glocken, sagt Adolf Geuß, seien einst von Privatleuten gestiftet worden. Näheres darüber sei leider nicht bekannt, auch der Kirchenstiftung nicht. Die Leonhard-Glocke sei wohl von dem Staffelsteiner Obsthändler Leonhard Düsel gestiftet worden, der seinen Laden in der Oberen Badegasse hatte. Nachkommen gebe es nicht, so dass die Kirchenstiftung dankbar sei für Details, die zu der Schenkung führten.

Der Autokran war vor allem deshalb erforderlich, weil die Glocken nicht von innen durch die engen Luken und verwinkelten Balkenkonstruktionen gepasst hätten.


Glockenklang zum Heiligen Abend

Ein Arbeiter der Firma Perner nimmt die beiden einschwebenden Glocken im Dachreiter vom Haken. In wenigen Tagen werden sie - und die dazugehörigen Elektromotoren - in dem Türmchen installiert sein. Rechtzeitig zu Weihnachten sollen sie erstmals wieder erklingen.