Durch die Ertüchtigung der Bahnlinie zwischen Bayreuth und Neuenmarkt-Wirsberg mit einem neuen elektronischen Stellwerk wurden alle Bahnübergänge auf dieser Strecke auf den Prüfstand gestellt. Im Ortsbereich von Trebgast wurden die Übergänge Bayreuther Straße und Berliner Straße dem neuesten technischen Standard angepasst. Der Erhalt des Übergangs "Weiherweg" bei den Sportanlagen steht derzeit noch auf der Kippe. Offiziell läuft die Betriebsgenehmigung dafür am 30. Juni dieses Jahres aus. Dagegen wurde der Übergang "Auweg" zwischen Trebgast und Schlömen, der mit einer Anrufschranke versehen war und überwiegend von landwirtschaftlichen Anliegern benutzt wurde, jetzt von Mitarbeitern der Firma TS-Bau aus Jena zurückgebaut.
Die Bahn AG begründet diesen Schritt damit, dass seit Jahren keine Anforderungen mehr zum Öffnen der Schranke zu verzeichnen waren.

"Das stimmt schon", entgegnet der
örtliche Obmann des Bayerischen Bauernverbands, Rainer Lauterbach. "Aber der Grund dafür ist, dass der Übergang von Fahrzeugen gar nicht mehr genutzt werden konnte, weil zwischen den Gleisen gar kein Schotter mehr vorhanden war. Dadurch sind große Löcher entstanden, die ein Überqueren gar nicht mehr möglich machten."

Auf entsprechende Hinweise, so Lauterbach, habe die Bahn AG überhaupt nicht reagiert. Deshalb seien die Landwirte in den letzten Jahren auf einem parallel neben der Bahnlinie verlaufenden, nicht befestigten Weg zu ihren Wiesen gelangt.

Gemeinde ist interessiert

Und für genau diesen Weg interessiert sich die Gemeinde, um ihn als Radweg auszubauen. In Absprache mit der Gemeinde Neuenmarkt soll dadurch eine Lücke geschlossen werden. "Aus Sicht unserer beiden Gemeinden ist diese Trasse die günstigste Verbindung, um den Anschluss an das Radwege-Netz bei Schlömen herzustellen", argumentiert Bürgermeister Werner Diersch (SPD), "die Landwirte könnten diesen Weg dann mit benutzen."
Aber dazu brauchen die Gemeinden erst einmal Land. Der bisherige Streifen ist etwa zwei Meter breit. Für einen Radweg wird eine Breite von 3,50 Meter benötigt. "Wir schreiben jetzt alle beteiligten Grundstückeigentümer an, um deren Meinung dazu in Erfahrung zu bringen. Bevor das nicht in trockenen Tüchern ist, werden wir für eventuelle Planungs- und Architektenkosten nicht in Vorleistung treten", schildert der Bürgermeister die weitere Vorgehensweise der Gemeinde. "Neuenmarkt und Trebgast haben beim Amt für ländliche Entwicklung vorsorglich schon mal Anträge auf Förderung gestellt."

Rainer Lauterbach weiß, dass nicht alle Landwirte von dieser Absicht begeistert sind. Manche sehen durch die Öffnung für den Tourismus sowohl Fauna und Flora in den Mainauen als auch die Ausübung der Jagd in diesem Bereich extrem gefährdet. Der Obmann sieht auch die Ausweitung eines Problems, dass jetzt bereits besteht: Die Hinterlassenschaften der Hunde. "Das macht uns heute schon zu schaffen. Man braucht nur mal den Radweg nach Harsdorf anzuschauen. Die Leute fahren mit dem Auto bis zum Wiesenanfang, lassen ihre Hunde raus - und schon ist es passiert. Futtermittel wird heute genauso untersucht wie ein Lebensmittel, tierische Rückstände dürfen im Futtermittel für Rinder nicht vorhanden sein. Wenn bei einer Kontrolle so ein Haufen im Silo festgestellt wird, muss das ganze Silo mit 150 Kubikmeter entsorgt und darf nicht mehr verfüttert werden. Außerdem bekommt der Bauer eine saftige Strafe."

Dabei dürfte es seiner Meinung nach gar nicht so weit kommen, denn während der Vegetation und der Brutzeiten gelte das Betretungsverbot, das heißt, die Hunde dürften in der Wiese gar nicht frei laufen. Der Radweg sei eigentlich nicht das Problem, und die Hunde könnten ja nichts dafür, fasst Rainer Lauterbach zusammen. "Die Unvernunft der Leute ist es, gegen die wir uns wehren müssen."