Burkhard Reh aus Tannfeld tut das, was viele machen, aber nur wenige zugeben. Er parkt, wo es eigentlich nicht erlaubt ist: Am Straßenrand im Bereich der Autobahnauffahrt Thurnau-West. Gemeinsam mit seinen Kollegen, die aus Weismain kommen, fährt er von dort weiter zur Arbeit auf verschiedenen Baustellen.

"Irgendwo in der Pampa"
Derzeit sind es allein in seiner Firma drei Kollegen, die bei Thurnau-West parken und zusteigen. "Wenn wir aus dem Thurnauer Oberland oder auch sonst aus Thurnau Fahrgemeinschaften bilden, dann bleibt uns fast nichts anderes übrig, als uns irgendwo in die Pampa zu stellen", so Reh. Einige parken, so wie Reh, am Salzlagerplatz, andere am Eisweiher Richtung Berndorf.

"Darüber sind die Anwohner natürlich besonders sauer", so Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU). Und das nicht nur wegen der Autos, die den Weg versperren, sondern auch wegen des immer wieder anfallenden Mülls, den die Pendler scheinbar hinterlassen.

Wer ein bisschen weiter laufen will, der kann auch auf den Wiesen neben dem Sportplatz parken. Vor allem im Winter ist das im abschüssigen Gelände nicht so einfach. "Manch einer stellt sich auch hin und wieder auf den Netto-Parkplatz", so Reh.

Aber der Weg zur Autobahn ist von dort aus tatsächlich sehr weit - und im Sinne des Verbrauchermarkts ist das Schwarzparken sicher auch nicht. Das kann so nicht weitergehen, da sind sich Reh, viele andere Pendler sowie die Anwohner und Grundstücksbesitzer einig.

Polizei hat zugestimmt
"In Welschenkahl und in Unterbrücklein gibt es auch Pendlerparkplätze, warum soll das in Thurnau nicht möglich sein?" fragt sich nicht nur Reh. Er hat das Thema vor allem im Wahlkampf und in Bürgerversammlungen aufs Tableau gebracht. Und die Gemeinde stimmt ihm zu. "Jeder, der schon mal dort war, muss erkennen, dass ein Pendlerparkplatz unbedingt gebraucht wird," so Martin Bernreuther.

Der Bürgermeister hat die örtlichen Gegebenheiten dokumentiert und bei der Autobahndirektion in Nürnberg vorgesprochen, um die Situation zu schildern.

Platz für 30 Autos
"Die Autobahndirektion hat gleich zugestimmt und den genauen Standort geprüft," so Bernreuther weiter. Auch Polizei und Staatliches Bauamt mussten wegen der Zufahrt über die Staatsstraße gehört werden und hatten keine Einwände.

An der Auffahrt Richtung Bayreuth bei der Autobahnausfahrt Thurnau-West sollen nun rund 30 Parkplätze geschaffen werden. Nach der bisherigen Parksituation zu urteilen müsste das reichen.

"Die Fläche gehört ohnehin der Autobahndirektion, also gab es schon mal in dieser Hinsicht keine Probleme," freut sich Martin Bernreuther.

Bagger können anrollen
So können die Bagger noch in diesem Sommer rollen. Weil das Gelände ohnehin der Autobahn gehört und vor allem, weil Pendlerparkplätze in die Zuständigkeit der Autobahndirektion fallen, wird der Parkplatz der Gemeinde übrigens keinen Cent kosten.

Nur den Winterdienst muss die Kommune übernehmen. Aber das ist für den Mehrwert, den die Gemeinde und vor allem die Bürger haben werden, wirklich zu verschmerzen.