Damit der Dorfteich auf der Peuntwiese nicht nur attraktiver, sondern das Gewässer auch gekühlt und mit Sauerstoff angereichert werden könne, hatte Gemeinderat Markus Weigel (FW-WGU) eine Fontäne angedacht. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend stimmten die Mitglieder über seinen Antrag auf die Errichtung einer solchen Wasserfontäne ab.

Wie Bürgermeister Schmiechen (SPD) zusammenfasste, sei der Teich ziemlich verschlammt, was eine Fontäne beeinträchtige. Zudem würden vorsorglich im Haushalt eingestellte 5000 Euro bei weitem nicht dafür ausreichen.

Er schlug deshalb vor, Weigels Idee im Blick zu behalten, diese aber erst wieder im Rahmen der Dorferneuerung anzusprechen. Dem stimmte der Gemeinderat ohne Diskussion einstimmig zu.

Diskussionen hingegen gab es über andere Sitzungspunkte. Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hatten die FW-WGU-Gemeinderäte Helmut Bergmann und Markus Weigel Änderungen der Tagesordnung beantragt: Bergmann wollte drei Punkte der nicht öffentlichen Sitzung öffentlich verhandeln. Weigel hatte einen Dringlichkeitsantrag zur Ergänzung der Tagesordnung eingereicht, in dem er einen Rettungsschirm der Kommune für ortsansässige Vereine, Kleingewerbe und Ehrenamtliche anregte. Dabei ging es auch um Stundungen und das Streichen von Säumniszuschlägen zu Forderungen der Gemeinde. Weigel begründete seinen Antrag auf Sofortbehandlung damit, dass die Probleme akut seien und dass die Verwaltung Betroffene zeitnah kontaktieren solle. Andere Kommunen hätten solche Rettungsschirme bereits aufgespannt, sagte er.

Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Röhrlein (CSU) verweigerte eine dringliche Behandlung des Themas. "Der Antrag ist zu umfangreich, als dass man hopplahopp entscheiden kann. Außerdem geht es um Gelder und Forderungen an Personen, was nicht öffentlich zu verhandeln ist", argumentierte er. Was die nicht öffentliche Behandlung seines Antrags betraf, signalisierte Weigel Einverständnis.

Was der Gemeinderat dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprach, war kein Thema mehr in der weiteren öffentlichen Sitzung. In dieser behandelten die Räte den Antrag von Helmut Bergmann, den neuen Gemeinderatsmitgliedern den Beschluss zur Kombilösung 1a der Wasserversorgung "nochmals zu erläutern, da ja in dieser Sache weitere Beschlüsse gefasst werden müssen." Außerdem umfasste der Antrag die Wirtschaftlichkeitsberechnung samt Unterlagen und die "erneute Prüfung des damaligen Beschlusses."

Thema mehrfach besprochen

Der Gemeinderat lehnte den Antrag mehrheitlich gegen die Stimmen von Bergmann und Weigel ab. Cornelia Wehner (SPD) argumentierte, dass jeder Gemeinderat zu einem Tag X dazu komme, wenn man alles noch einmal bespreche, käme man nicht vorwärts. Hans-Peter Röhrlein (CSU) fand in Bezug auf neue Gemeinderatsmitglieder "den Antrag an sich okay", allerdings sei das Thema mehrfach öffentlich diskutiert worden. Neu-Gemeinderätin Marion Partenfelder (SPD) ergänzte: "Wir vertrauen unseren Vorgängern, dass sie sich vor ihrem Beschluss informiert hatten." Bürgermeister Schmiechen wies Bergmann persönlich darauf hin, dass es hierzu eine demokratische Abstimmung gegeben habe. Es sei nicht hilfreich, "immer wieder dagegen zu schießen".

Ebenso mehrheitlich lehnte der Gemeinderat den weiteren Antrag Bergmanns ab, alle noch nicht erledigten Beschlüsse in der Sitzung vom Juli abzuarbeiten, "um dem neuen Gremium Freiraum für die neuen Aufgaben zu ermöglichen". Dazu hatte er unter anderem die Stichworte Stelen im Friedhof, WLAN-Hotspot, E-Ladestation und Barrierefreiheit im Rathaus angeführt. Es könne nicht alles in einer Sitzung erledigt werden, argumentierte Hans-Peter Röhrlein, und Christa Müller (SPD): "Ja, es sind noch Anträge da, aber etliches läuft doch."

Vehementer beschwerte sich Gemeinderatsneuling Jörg Ehrhardt (SPD) über Bergmanns Anträge: "Ich habe mich für den Gemeinderat aufstellen lassen, weil mich meine Gemeinde interessiert und ich will, dass es vernünftig weitergeht. Ich verfolge seit vielen Jahren alles schon in der Zeitung. Aber wir gehen zwei Schritte vor und drei zurück; wir diskutieren jetzt schon wieder eine Stunde über Sachen, die vorher schon stundenlang diskutiert worden sind." Je länger diskutiert und aufgeschoben werde, umso teurer werde alles.

Änderungen zur Verbundleitung

Mehrheitlich genehmigte der Gemeinderat eine Änderung zum Bau einer Verbundleitung von Hummendorf zum Baugebiet Melm (Gegenstimmen: FW-WGU-Fraktion). Die bisherige geplante Trassenversion über 1250 Meter (Kosten: 490 000 Euro) sei wegen des Baugrund-Gutachtens so nicht möglich, trug Sven Müller vom Planer Baurconsult dem Gemeinderat in allen Einzelheiten vor. Der machbare Trassenverlauf verlängere sich nun auf 1580 Meter, damit stiegen auch die Kosten auf 706 000 Euro an, die ebenfalls hälftig bezuschusst werden.

Die Nachfrage der Gemeinderäte Bergmann und Weigel, ob dies die Wasserversorgungs-Version 1a betreffe, bejahte Müller.