Klar wurde aber, dass Pfarrer Peter Ahrens bei der Umsetzung dieses Projekts die Gemeinde in der Pflicht sieht. "Einer muss ja als Initiator auftreten. Schon allein wegen eventueller Zuschussanträge kann das eigentlich nur die Kommune sein." Deshalb gehe es zunächst darum, dass der Gemeinderat das Thema wohlwollend zur Kenntnis nehme und kundtue, dass er dahinter stehe.

Für Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) ist klar, dass das Projekt nicht auf einmal zu bewältigen ist, sondern, wenn überhaupt, nur nach und nach. Klar sei auch, dass die Kirche das nicht alleine schultern kann. "Ziel war heute gewesen, zu zeigen, was möglich ist." Auf die Frage seines Stellvertreters Albert Kolb (SPD/WG), wer als Zuschussgeber in Frage komme, antwortete Diersch, man habe die Hochschule zunächst damit beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten. Nur mit einer Idee könne man heute keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken.
Ingenieur Michael Müller sagte, ihm komme es vor allem darauf an, eine atmosphärische Beleuchtung zu erzeugen. Er wolle Fassaden und Architektur in den Vordergrund stellen und ästhetisches und funktionales Licht kombinieren.

80 LED-Strahler mit 900 Watt

Das komplette Konzept sieht 80 LED-Strahler mit 900 Watt-Leistung vor. "Damit könnte man die Kirche aus ihrer dunklen Umgebung herauskitzeln", war sich Müller sicher. Er kalkuliere mit hochwertigen LED im oberen Preissegment. Diese könnten zwar nach 70 000 Stunden bis zu 15 Prozent ihrer Leistung verlieren, "gehen aber nicht kaputt". Damit war Müller bei dem Punkt angelangt, der die Räte am meisten interessierte, den Kosten: Die 80 Leuchten würden mit 56 000 Euro, Fundamentierungs-, Gerüst- und Planungskosten mit weiteren 69 000 Euro zu Buche schlagen, so dass insgesamt 125 000 Euro nötig wären - netto.

Friedrich Weinlein (WB) wagte den ersten zaghaften Vorstoß: "Das schaut wunderschön aus. Aber ich erkenne den Part der Gemeinde noch nicht. Es handelt sich ja nicht um ein Straßen- und Beleuchtungskonzept auf öffentlichem, sondern auf kirchlichem Grund."

Herwig Neumann (CSU/NWG) hakte nach: Die politische Gemeinde müsse sich rechtfertigen, wie und wo sie Steuergelder einsetze. Da wäre interessant, zu wissen, welche Beteiligung auf sie zukommt. "Es wird schwierig werden, dem Bürger zu erklären, wir nehmen hier mal einfach 80 000 Euro in die Hand, wenn wir gleichzeitig mitten in der Diskussion sind, ob wir uns einen Bahnübergang leisten und erhalten können."

Doch Pfarrer Peter Ahrens ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er das Ganze als Projekt der Gemeinde sehe. Mit der Kirche als Institution habe das nichts zu tun. "Das macht man, um das Orts- oder Stadtbild aufzuwerten." Natürlich werde sich die Kirchengemeinde beteiligen. Aber ohne einen gewissen Eigenanteil der Gemeinde sei das nicht möglich.

Für Mark Ständner "Luxus"

Mark Ständner (CSU/NWG) sieht das Ganze als Luxusprojekt. Die Frage von Werner Köstner (SPD/WG) nach den Folgekosten und wer diese trage, beantwortete Pfarrer Ahrens: "Die Stromkosten zahlt die Kirche schon. Der Unterschied zur jetzigen Beleuchtung ist ja marginal."

Albert Kolb verstand die Diskussion jetzt nicht mehr. "Auf der Tagesordnung steht ,Vorstellung eines Konzepts'. Das habe ich jetzt gesehen und mit Schrecken die Kosten zur Kenntnis genommen. Ob, und was wir machen, darüber sollten sich nun die entsprechenden Gremien Gedanken machen."

Der Bürgermeister fasste zusammen: Weder die Gemeinde, noch die Kirche könne 150 000 Euro aus dem Hut zaubern." Man müsse das unter dem Gesichtspunkt der Unterstützung für unsere Gewerbetreibenden, die Gastronomie und den Fremdenverkehr sehen. Eine Pflichtaufgabe sei es nicht. Wenn es keinen interessiere, werde man keinen Euro dafür ausgeben. "Ich stehe dahinter, weil mir die beleuchtete Kirche besser gefallen würde", sagte Diersch.