Das Votum hätte nicht deutlicher ausfallen können: Inge Aures ist mit 100 Prozent der gültigen Stimmen in ihrem Amt als Vorsitzendes des SPD-Kreisverbands bestätigt worden. Auch Werner Diersch, Trebgaster Bürgermeister, wurde als Aures' Stellvertreter im Amt bestätigt. Für Gerd Kammerer, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, rückte Jürgen Karg vom Ortsverband Mainleus nach. Karg ist 49 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und ist von Beruf Elektronikmeister. Er gilt in der SPD Mainleus als "Macher" und freute sich riesig über sein Amt.
Ansonsten bleibt im Kreisverband alles beim Alten: Elfriede Schmidt ist weiterhin Kassiererin, Simon Moritz Schriftführer. 22 Sozialdemokraten wurden zu Beisitzern gewählt. Die Kasse prüfen in Zukunft Rudolf Matysiak und Hans Werther.
Durch ihre Arbeit als SPD-Landtagsabgeordnete ist das Tätigkeitsfeld von Inge Aures größer geworden. Und als frisch gekürte Vizepräsidentin im bayerischen Landtag geht die Kulmbacherin ihre Tätigkeit mit noch mehr Schwung und Elan an. Aures ist nicht mehr nur im Landkreis tätig, sondern auch im gesamten Hundeknochen-Wahlbezirk bis nach Wunsiedel.
"A hupferta Henna ist besser als a hockerta", sagte Inge Aures lachend und legte den Mitgliedern des Kreisverbandes eine elfseitige Liste vor: eng beschrieben und voller Termine, die sie in den vergangenen drei Jahren absolviert hat. "Der Kampf geht weiter", gab Inge Aures die Parole aus.
In ihrem Rückblick sagte die 56-Jährigem, dass die SPD seit der jüngsten Kreiskonferenz 18 Anträge in den Kreistag eingebracht habe. Ein Ziel der Zukunft müsse es sein, einen öffentlichen Personennahverkehr zu etablieren, der diesen Namen auch verdiene. "Wenn wir an die Metropolregion Nürnberg angeschlossen worden wären, hätte uns das 700 000 Euro gekostet. Das geht nicht. Wir müssen in den Verbund, denn wir sind darauf angewiesen, dass auch Touristen aus Nürnberg zu uns kommen können", sagte Aures. Die demographische Entwicklung sei noch immer bedenklich und deshalb seien EU-Fördermittel auch in Zukunft dringend nötig.
Als positive Einrichtung hob sie die Wirtschaftsschule in Neuenmarkt-Wirsberg hervor. "Wir müssen unsere Bildungseinrichtungen stärken", sagte Aures und warnte davor, dass Orte sich gegenseitig ausspielten. "Unser Landrat ist doch der neue Schuldenkönig."

Ausbau mit Bürgerbeteiligung

Wichtig seien außerdem Investitionen in regenerative Energien. "Aber wir können nicht tatenlos zuschauen, wie alles mit Photovoltaik zugepflastert wird. Wir müssen die Bürger bei den Anlagen beteiligen." Aures forderte ein Konzept für den Ausbau.
Was die Wahlen im Bund angeht, so gebe es bei den Sozialdemokraten auch in einer großen Koalition "klare Richtlinien". Dazu zählten der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro und eine auskömmliche Rente für jeden Erwerbstätigen. Im Gegenzug könne man vielleicht einen Beitrag zur häuslichen Pflege anheben.
Künftig gehe es auch um Inklusion bei einem Erhalt der Förderschulen und um eine Regulierung der Banken. "Jetzt werden die Vorstände der Hypo Alpe Adria angeklagt, aber die Verwaltungsräte noch nicht. Wir bleiben dran. Die sollen auch noch hinter Gittern", sagte Aures und rechnete, dass allein die Zinsen für das Desaster jeden Tag eine Million Euro betrügen.