Wie gestern berichtet, hatte die Färberei Oberfranken Neuhof GmbH, die heute ihren Sitz in Kulmbach hat, zwischen April 2013 und August 2015 die Betriebsstätte der Firma Geyer gemietet. Von der Gemeinde erhielt das Unternehmen für diesen Zeitraum Bescheide über Kanalgebühren in Höhe von rund 320 000 Euro - und zog dagegen vor das Verwaltungsgericht.

Die Verhandlung fand am Mittwoch statt, den Beschluss der Kammer verkündete vorsitzende Richterin Angelika Janßen aber erst heute Nachmittag.

Demzufolge muss die Färberei Oberfranken gut 100 000 Euro weniger zahlen. Das Gericht erkannte an, dass die Firma nur zu den Kosten des durch den Betriebsablauf angefallenen Abwassers herangezogen werden kann, nicht aber für das Fremdwasser, das in den maroden Kanal gelangt ist.
Dessen Beseitigung kann die Gemeinde allerdings der Eigentümerin in Rechnung stellen, also der Firma Adolf Geyer & Söhne.

Die wiederum hatte den Markt Mainleus ebenfalls verklagt, weil sie sich gegen Abwassergebühren von 15600 Euro wehrte. Im Urteil blieben davon unter Abzug des Niederschlagswassers nur noch 13 500 Euro übrig - ein Teilerfolg, der aber durch eine wohl bevorstehende dicke Rechnung der Kommune pulverisiert wird. Die Firma Geyer hatte 2013 Insolvenz anmelden müssen.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in Kürze auf infranken.de und in der Freitagsausgabe der Bayerischen Rundschau.