Umweltschutz komplett aus einer Hand - das gibt es in Steinenhausen, erklärte der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat. Er ist eigens aus Augsburg angereist, wo die Zentrale des LfU angesiedelt ist, um gemeinsam mit der Dienststelle in Kulmbach zu feiern. "Aber nicht das Gebäude ist wichtig, sondern Sie sind der wahre Schatz - all diejenigen, die die Geräte zum Leben erwecken, die sie bedienen und die die Ergebnisse interpretieren", sagte der Präsident und machte damit den rund 60 Mitarbeitern ein wunderbares Kompliment. Vier sind sogar schon von Anbeginn da: Jürgen Machulla, Rainer Scherfenberg, Ursula Spindler und Thomas Weiner.
Von Schloss Steinenhausen aus werden Luftgütemessungen in ganz Nordbayern durchgeführt. Auch die Vermessung von elektromagnetischen Feldern gehört zum Aufgabenfeld der Behörde.
Und außerdem beherbergt die Dienststelle Kulmbach die zentrale Stelle für Abfallüberwachung, den Strahlenschutz in Nordbayern, das Strahlenschutzlabor Nordbayern und die Messstelle für Radiotoxologie.
All diese Bereiche konnten gestern bei Führungen von Besuchern besichtigt werden. Besonders groß war der Andrang für eine Besichtigung des Strahlenlabors mit Ulrich Kratzel. Denn das ist ein hochsensibler Bereich, den man üblicherweise nicht zu sehen bekommt. Und auch all die anderen Belange rund ums Thema Strahlung interessierte die Menschen. So zeigte Stefan Welsch, dass alte Porzellan- und Keramikglasuren oft radioaktiv strahlen.
Dass das Landesamt für Umwelt überhaupt nach Kulmbach kam, hatte auch etwas mit Strahlung zu tun, blickte Regierungspräsident Wilhelm Wenning zurück. Denn nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 gab es einfach nicht genug Messstellen, um Radioaktivitätsmessungen durchzuführen. "Wir haben dann im Dezember die Gründung des LfU in Kulmbach beschlossen", so Wenning.
Oberbürgermeister Henry Schramm und Landrat Klaus Peter Söllner waren sich einig, dass die Ansiedelung des LfU in Schloss Steinenhausen für die ganze Region ein Glücksfall war. "Wir haben hier hochqualifizierte Arbeitsplätze", so Schramm. Er hoffte, dass es in Zukunft keine weiteren Versuche gibt, den Behördenstandort in Frage zu stellen. Tatsächlich gab es solche Tendenzen 2003 und 2005. "Aber die Behördenverlagerung in die Region draußen macht Sinn. Das Landesamt für Umwelt ist der Beweis", sagte Landrat Klaus Peter Söllner.
Der Leiter der Dienststelle Kulmbach, Klaus Buß, erinnerte an die Anfänge, als all die Daten noch per Kurier kommuniziert werden mussten. Heute ist man perfekt mit den anderen Standorten Augsburg, Hof, Garmisch-Partenkirchen, Wiefenbach und Marktredwitz vernetzt.
Als kleine Geburtstagsüberraschung versprach Oberbürgermeister Henry Schramm, die Obstbaumallee am Zufahrtsweg zum Schloss Steinenhausen noch ein bisschen zu verlängern.