Die Formulierung im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 treibt Kauerndorfer Bürgern und Ködnitzer Gemeindevertretern die Zornesröte ins Gesicht: "Weiterer Bedarf mit Planungsrecht." Sie bedeutet nichts anderes, als dass die geplante Ortsumgehung von Kauerndorf künftig nur noch als Projekt gilt. Und das, obwohl sie offiziell bereits in die Kategorie "vordringlicher Bedarf" eingereiht worden war. Im Klartext: Mit der Umsetzung der B 289-Umfahrung ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen.

Mehrfach geäußerte Befürchtungen, dass die Teilung der Umgehungen Untersteinach und Kauerndorf ein Schuss ist, der nach hinten losgeht, waren also nicht unbegründet. Denn: Während die Kauerndorfer nun mit dem sprichwörtlichen Ofenrohr ins Gebirg' schauen, haben die Bauarbeiten in der Nachbargemeinde bereits begonnen.


Start ist um 13 Uhr

Deshalb formiert sich am morgigen Samstag zum wiederholten Male Protest: Um 13 Uhr beginnt eine Demonstration der Bürger, die ihrer Forderung nach Einstufung des zweiten Teiles der Umgehung in den vordringlichen Bedarf Nachdruck verleihen wollen. Dabei werden die Bewohner des Ködnitzer Ortsteils und deren Gemeindevertreter nicht alleine sein.

Unterstützung kommt aus Untersteinach, wo Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) am Montagabend in der Gemeinderatssitzung ein Schreiben seines Ködnitzer Amtskollegen Stephan Heckel-Michel verlesen hat, in dem dieser zur Teilnahme an dieser Protestaktion einlud.

Sein Aufruf stieß auf offene Ohren. Nicht nur Bürgermeister Schmiechen ("Das sind wir den Kauerndorfern schuldig"), sondern der gesamte Gemeinderat war der Meinung, den Nachbarn beiseite stehen zu müssen. Laut Schmiechen werden sich morgen neben den Ratsmitgliedern, soweit sie nicht arbeiten müssen, sicher auch einige Bürger im Nachbarort einfinden, um mit zu demonstrieren. Alfred Vießmann, Sprecher der UBG-Fraktion im Gemeinderat und der Bürgerinitiative ("Wir haben schon tüchtig Reklame gemacht"), schätzt, "dass schon 15 bis 20 Mann nach Kauerndorf mitfahren.


Brief an Dobrindt

Vießmann wies auch darauf hin, dass er beim Spatenstich für die Umgehung in Untersteinach an Staatssekretärin Dorothee Bär einen Brief für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übergeben hat. "Ich habe mich für den Baubeginn bedankt, aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass wir einen gemeinsamen Planfeststellungsbeschluss haben und wir solidarisch hinter den Kauerndorfern stehen. Die haben genau so viele Fahrzeuge wie wir."

Über die Schützenhilfe freut sich natürlich der Ködnitzer Bürgermeister Stephan Heckel-Michel, der aller Voraussicht nach die Begrüßung der Teilnehmer übernehmen wird. Die Landtagsabgeordneten Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (CSU) und Inge Aures (SPD) könnten nicht teilnehmen, Zusagen hätten aber bereits MdB Emmi Zeulner und Landrat Klaus Peter Söllner gegeben.


"Zeitpunkt bewusst gewählt"

"Ich werde nochmals die Forderung unterstreichen, die Maßnahme wieder in den vordringlichen Bedarf aufzunehmen. Es ist nicht einsehbar, dass von der Autobahn bis Untersteinach alles top ist, Kauerndorf aber das Nadelöhr bleibt", so Heckel-Michel. Samstagmittag sei als Zeitpunkt für die Demonstration ganz bewusst gewählt worden, weil man die Pendler, "die ohnehin genug gestraft sind", nicht zusätzlich belasten wolle.

Manfred Hahn, der bei der Protestkundgebung eine federführende Rolle inne hat, stellte kurz den Ablauf vor: Die Teilnehmer werden jeweils zum Ortsende marschieren und sich dann im Hof der Familie Rosa kurz vor der Einmündung aus Richtung Kulmbach treffen. Dort ist Start und Ziel, zum Abschluss besteht noch die Gelegenheit zur Diskussion.


Verkehrsregelung während der Demo


Sperrung Um einen sicheren Verlauf der Demo gewährleisten zu können, bittet die Polizei Stadtsteinach um Verständnis dafür, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen angeordnet werden müssen und die B 289 während des Protestmarsches komplett gesperrt ist. Auch eine Einfahrt aus der einmündenden Staatsstraße in Richtung Trebgast ist nicht möglich.

Tipps für Autofahrer
Ortskundige sollten laut Polizei den Bereich Kauerndorf nach Möglichkeit umfahren oder ihre Fahrt auf den Zeitraum vor oder nach der Versammlung verlegen. Ungeachtet dessen werden die Beamten vor Ort bemüht sein, die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Wartezeiten sind aber unvermeidlich.