Der Gemeinderat Kasendorf hat in seiner Sitzung am Mittwochabend seine Stellungnahme zu den Planungen abgegeben. Grundsätzlich sei man einverstanden, die Straße zu verbreitern und zu verbessen, so der Tenor, doch für die konkreten Planungen äußersten viele der Räte Unverständnis. Zum Beispiel für die umfangreichen Erdarbeiten. Im Bereich kurz vor Krumme Fohre (von Kulmbach aus kommend) soll die "Sprungschanze" entfernt werden. Um das zu erreichen ist geplant, den Bereich zwischen der jetzigen Abzweigung nach Döllnitz und Krumme Fohre aufzustocken. Der dafür notwendige Boden wird am anderen Ende von Krumme Fohre, bei der Abzweigung nach Peesten, entnommen.

Diese Kreuzung soll ebenfalls neu gebaut werden; an gleicher Stelle zwar, aber fast zwei Meter tiefer. Grund ist, so Bauoberrat Berthold Hübner vom staatlichen Bauamt Bayreuth, die Verkehrssicherheit. "Es gibt einfach bestimmte rechtliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen - für eine gute Sicht ist das zwingend erforderlich."

Erhebliche Kosten

Beide Maßnahmen hätten erhebliche Kosten für die Gemeinde zu Folge, so Bürgermeister Bernd Steinhäuser in der Sitzung. Bei der Abzweigung Richtung Peesten müssten von der Gemeinde umfangreiche Kanalarbeiten geleistet werden. Die Kosten hierfür seien noch gar nicht abzuschätzen. Hinzu kommt, dass das staatliche Bauamt nicht erlaubt, dass die schmale Gasse, die jetzt vom Wohngebiet aus direkt auf die Kreuzung führt, bestehen bleibt. Der Weg müsste also verlängert werden und auf die Kreisstraße einmünden. Bis zu 40.000 Euro könnte diese Maßnahme verschlingen, so die Schätzung.

Und noch ein dritter Kostenfaktor macht der Gemeinde Kopfzerbrechen. In dem zuerst beschrieben Bereich zwischen der Abzweigung Döllnitz und Krumme Fohre ist ein rund 250 bis 300 Meter langer Gehweg. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der Bereich aufgeschüttet wird, müsste auch der Gehweg angehoben werden oder aber von der Straße getrennt und am Fuße des Dammes entlangführen. Bei geschätzten Kosten von 250 Euro pro Quadratmeter kämen auf die Gemeinde Rechnungen in Höhe von mindestens 62.000 Euro zu.

Die Gemeinde hat all diese Punkte in die Stellungnahme aufgenommen und an das Bauamt in Bayreuth geschickt. "Wo es möglich ist, werden die Einwände der Gemeinde berücksichtigt", so Bauoberrat Hübner, "gesetzliche Vorgaben können wir aber nicht ignorieren".

Abzweigung wird verlegt

Bei der Verlegung der Abzweigung nach Döllnitz sowie den Planungen zwischen Krumme Fohre und Heubsch hatten die Räte kaum Einwände. Unter anderem ist vorgesehen, die Straße für den Radweg zu untertunneln und die Kurven zu entschärfen. Die Abzweigung vor Krumme Fohre in Richtung Döllnitz soll in Richtung der Firma Stratebau verlegt werden.

Warum nicht auch eine Lösung für die "Eselskurve" am Ortsausgang von Krumme Fohre gesucht worden ist, blieb einigen Räten schleierhaft. Manch einer ist generell nicht von der Sinnhaftigkeit der Maßnahme überzeugt. Doch Bürgermeister Bernd Steinhäuser betont: "Wer jeden Tag nach Kulmbach fährt und spürt, welche Verbesserung die Baumaßnahme zwischen Rother Hügel und Katschenreuth gebracht hat, der weiß eine Begradigung zu schätzen."

Wann die Maßnahmen beginnen könnten, ist noch nicht abzusehen, so Bauoberrat Hübner. "Das hängt auch von der Zahl der Einwände ab." Allein das Planfeststellungsverfahren dauert in der Regel ein Jahr.