So eine Sauerei. Das wird sich so mancher gedacht haben, als er davon erfahren hat, dass die Kulmbacher Lohnschlächter ihren Job verlieren. Dass die zehn Männer, die seit vielen Jahren Schweine und Rinder schlachten, sich die Wurst nicht so einfach vom Brot nehmen lassen - wen wundert das?

Die Lohnschlächter kämpfen vehement um ihren Arbeitsplatz. Für sie, die mitunter ihren vollen Lebensunterhalt mit dem Job im Schlachthof bestritten haben, geht es um die Wurst. Anders als für die Hofer Firma Riedl, die ihre Arbeit Anfang des Monats übernommen hat - für die große Lohnschlächterei ist das Kulmbacher Geschäft nur ein Zubrot.
Ob sich die Stadt, die die Schlachtkapazität weiter steigern will, mit der Ausbootung der Kulmbacher Kräfte nicht ins eigenen Fleisch schneidet? Die Schweine, die sie in den letzten Tagen im Schlachthof abgeholt haben, seien verunreinigt und mit verbrannten Borsten besetzt gewesen, sagen Kulmbacher Metzger.

Seitdem für einen Großbetrieb aus Burpreppach geschlachtet wird, müssen sie zudem lange Wartezeiten beim Abholen ihrer geschlachteten Tiere in Kauf nehmen. Denn die Kapazitäten im Schlachthof seien für den Großauftrag nicht ausreichend, so die Metzger, die hoffen, dass die Lohnschlächter noch eine Chance bekommen. Hoffnung macht ein wurstiges Sprichwort. Wie heißt es doch: Alles hat ein Ende - nur die Wurst hat zwei.