Die gute Nachricht für alle Beteiligten: Es kamen keine Menschen zu Schaden, denn am "Tag der deutschen Einheit" arbeitete niemand in der Lager- und Versandhalle im Kasendorfer Industriegebiet. Die schlechte Nachricht: Der Sachschaden ist immens, in ersten Schätzungen war von einem mittleren sechsstelligen Betrag die Rede.

Am Tag eins nach dem Unglück, wollte Maja-Geschäftsführer Axel Brömstrup eine solche Zahl aber weder bestätigen noch dementieren. "Ich kann dazu derzeit kein Statement abgeben, auch nicht zu den Gründen für den Einsturz", sagte er. "Wir betreiben gerade Ursachenforschung, es hängt wahrscheinlich mit der Dachsanierung zusammen."

Seit einiger Zeit lässt das Unternehmen das Dach des Lager- und Versandgebäudes sanieren. Um die Arbeiter vor Witterungseinflüssen zu schützen, ist über der Halle eine Stahlkonstruktion mit einer Plane angebracht, die mit Hilfe eines Krans versetzt werden kann. Genau dort ist nun am Dienstagfrüh ein etwa 50 Quadratmeter großer Bereich eingebrochen. Ob nun das Provisorium das Unglück ausgelöst hat oder das Hallendach - möglicherweise wegen des starken Regens in der Nacht - selbst zusammengebrochen ist, müssen Ermittlungen ergeben.


"Tolle Teamleistung"

"Es gab keinen Personenschaden, das steht über Allem. Wir haben echtes Glück gehabt", freute sich der Geschäftsführer, der zudem für alle Kunden des Maja-Werks Entwarnung geben kann: "Wir haben am Dienstag mit Feuerwehr und THW sämtliches Wasser herausgepumpt, die Halle trockengelegt und mit Mann und Maus die Systeme wieder zum Laufen gebracht. Die Nachtschicht konnte dann planmäßig mit der Produktion beginnen - wir sind voll lieferfähig." Brömstrup ("Ich habe 30 Leute von unserer Mannschaft geholt") dankte seinen Mitarbeitern ausdrücklich. Sie alle hätten eine tolle Teamleistung gezeigt. Nachdem das gesamte Unternehmen vom Strom genommen werden musste, habe auch die IT-Abteilung alle Hände voll zu tun gehabt.

Laut Kreisbrandrat Stefan Härtlein war der Erstalarm am Dienstag früh um 7.15 Uhr eingegangen.


Sprinkleranlage löste Alarm aus

Dass die Feuerwehr überhaupt informiert wurde, ist dem Umstand zu verdanken, dass das einstürzende Dach der Halle die Sprinkleranlage und somit den Alarm auslöste. Sofort rückte die Kasendorfer Feuerwehr aus, wenig später trafen die Kulmbacher Wehr mit der Drehleiter sowie die Löschgruppen aus Thurnau, Reuth, Azendorf und Weismain ein. Zudem waren THW, BRK und Beamte der Polizei Kulmbach vor Ort. Kurz nachdem die Einsatzkräfte mit Hilfe der Drehleiter die Lage sondiert hatten, konnte zumindest eine Entwarnung gegeben werden: Es gibt keine Verletzten.

Der Betriebselektriker und Leiter der Instandhaltung bei den Maja-Werken, Roland Fraas, nahm umgehend die betroffenen Hallen vom Strom, damit bei den Aufräumarbeiten niemand in Gefahr gerät. Ein von der Firma verständigter Statiker begutachtete die Situation.
Wie Geschäftsführer Brömstrup war auch Kreisbrandrat Stefan Härtlein am Ende erleichtert: "Man darf froh sein, dass niemand dort gearbeitet hat und auch nichts passiert ist, als die Einsatzkräfte in der Halle waren."

INFO:
Im Maja-Werk, das 1964 von Manfred Jarosch zunächst in Melkendorf gegründet wurde, werden hauptsächlich für Großkunden Audio- und TV-Möbel für die Unterhaltungselektronik produziert, außerdem Möbel für den Geschäfts- und Home-Office-Bereich sowie für Wohn- und Arbeitsräume. 1969 zog das Unternehmen nach Thurnau um, 1972 erfolgte die Grundsteinlegung für das Werk Kasendorf. 1990 wurde der Zweigbetrieb in Wittichenau/Sachsen gegründet.

Die MAJA-Firmengruppe wurde vor fünf Jahren unter dem Dach der Vivonio Furniture GmbH mit den Schwesterunternehmen Martin Staud GmbH und SCIAE SAS zusammengeführt. Das jährliche Produktionsvolumen beläuft sich auf 3,6 Millionen Möbel. Beschäftigt sind rund 500 Mitarbeiter, davon 30 Auszubildende.