Rauchmelder können Leben retten. "Hat man in seiner Wohnung oder im Haus keine installiert, spielt man mit dem Feuer", sagt Kreisbrandinspektor Siegfried Zillig nach dem Brand in Thurnau, bei dem am Donnerstag ein 81-Jähriger durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen war.

Durch den Brand in Thurnau und die versuchte schwere Brandstiftung in Oberzettlitz wird wieder über die Bedeutung von Rauchbrandmeldern diskutiert. Wie wichtig sind diese?
Siegfried Zillig: Ohne auf die aktuellen Brände einzugehen, wissen wir von vielen anderen Einsätzen, dass Rauchwarnmelder Leben retten. Sie lösen frühzeitig die Alarmierung aus und wecken Schlafende. 70 Prozent aller rund 200 000 Brände, die jährlich in Deutschland registriert werden, ereignen sich in der Nacht.
95 Prozent der Menschen, die bei Bränden ums Leben kommen, sterben nicht durch Verbrennungen, sondern durch Rauchgasvergiftungen, die etwa ein Schwelbrand verursacht. Schlägt ein Rauchmelder an, sind die Chancen, das alles gut ausgeht, viel größer.

Die Bedeutung von Rauchmeldern wird immer wieder herausgestellt, viele Haushalte sind aber offenbar noch nicht damit ausgestattet. Nehmen die Leute das Thema nicht ernst?
Es ist eine gewisse Sorglosigkeit auszumachen. Wer sich mit dem Thema nicht befasst, spielt mit dem Feuer. Man muss sich bewusst sein, dass im Schlaf die Geruchssinne nicht aktiv sind. Der Schlafende merkt nicht, dass es brennt, wird oft nur durch Geräusche wach, die etwa berstende Scheiben verursachen. Dann ist es oft zu spät.

Wie viele Haushalte haben nach noch keine Rauchmelder?

Dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen. Rauchbrandmelder sind aber bei Neu- und Umbauten schon Pflicht. Altbestände müssen bis 2017 komplett nachgerüstet werden. Wer keine Brandmelder hat, sollte nicht so lange warten, sondern sie am besten schon heute kaufen.

Was muss man investieren, um einen brauchbaren Rauchmelder zu bekommen?
Rauchmelder sind nicht teuer. Sie sind ab fünf Euro zu haben. Man sollte darauf achten, dass sie das Qualitätszeichen tragen. Mit Rauchmeldern sollte man zumindest alle Schlafräume sowie die Flucht- und Rettungswege ausrüsten. Wer mehr investieren will, kann sich Funk-Geräte anschaffen. Schlägt da ein Rauchmelder an, werden auch alle anderen in einem Haus ausgelöst.

Muss man Rauchmelder warten?
Bei Geräten mit einer Wechselbatterie muss man die Batterien alle ein, zwei Jahre auswechseln. Es gibt aber auch Zehn-Jahres-Batterien. Man sollte die Funktionsweise monatlich überprüfen. Sind die Mess- und Prüfkammer verbraucht oder verschmutzt, muss man die Geräte austauschen.

Die Fragen stellte Alexander Hartmann.