Gibt's aber halt nur im Märchen. Und so müssen andere Methoden her, um beispielsweise eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung zu organisieren. Leicht ist das freilich nicht. Während man bei älteren Kindern davon ausgehen kann, dass fast alle in den Kindergarten und garantiert alle in die Grundschule gehen, ist es bei den Kleinsten doch sehr stark abhängig von den individuellen Wünschen und der Lebenssituation der Eltern, ob Betreuung nötig ist oder gewünscht wird.

Wie bekommt die Kommune also heraus, wie viele Plätze sie bereithalten muss? Im Landkreis Kulmbach gibt es da verschiedene Verhaltensmuster. Die Stadt Kulmbach hat viele Jahre abgewartet, ob die Nachfrage wirklich steigt. Ein Fehler, wie sich heute zeigt, denn viele Eltern gehen bei der Krippenplatzsuche leer aus - und sind entsprechend wütend. Immerhin gab es schon im März 2015, vor sieben Jahren, Engpässe und Elternproteste. Viel hat sich seither nicht bewegt, egal wer im Rathaus das Sagen hatte.

In vielen Landkreisgemeinden verfolgt man einen anderen Ansatz: Probleme möglichst schon lösen, bevor sie groß werden. Heißt: Mit den Trägern der Kitas und den Bürgern sprechen, was gebraucht wird, bei neuen Wohngebieten damit rechnen, dass Paare Kinder bekommen, Familienfreundlichkeit nicht nur versprechen, sondern auch mit Angeboten unterfüttern - mit Kinderbetreuung von der Krippe bis zum Hort.