Jeder hat das Recht, einer Corona-Impfung skeptisch gegenüberzustehen. Die Gründe, die gegen den Pieks angeführt werden, sind für mich aber nur in den wenigsten Fällen wirklich nachvollziehbar. Was ich vor allem echt nicht mehr hören kann und mag als Begründung, ist die nachweisliche Falschbehauptung, dass ja die Wirksamkeit der Impfung gar nicht sicher sei.

Legimitiert werden diese alternativen Fakten dann gerne mit dem Hinweis, das sei schließlich die eigene Meinung und deshalb könne man das so sagen. Basta! Man kann auch die Meinung haben, dass die Erde eine Scheibe ist, richtiger wird es dadurch nicht! Und damit wären wir auch schon bei des Pudels Kern: Es gibt nämlich einen nicht zu vernachlässigenden Unterschied zwischen den Begrifflichkeiten Meinung und Fakten. Das Erstere kann man durchaus haben, ohne dass es durch die Realität gedeckt ist, Letzteres kann und sollte man aber durch Tatsachen belegen.

Und die sind eben eindeutig in Sachen Wirksamkeit der Impfung gegen schwere Verläufe (und genau darum geht es und nicht um die reine Ansteckungsmöglichkeit). Dafür muss ich nicht einmal schlaue Studien aus aller Welt wälzen (die es selbstredend gibt) oder bundesweite Datensätze auswerten.

Nein, es genügt schon ein kurzer Blick ins Archiv der Bayerischen Rundschau. Nehmen wir mal zum Beispiel diese Daten und vergleichen.

21. Januar 2021: Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Kulmbach 185,84; Corona-Fälle insgesamt 296; Corona-Patienten im Klinikum Kulmbach 37, davon 7 auf der Intensivstation.

21. Januar 2022: Inzidenz im Landkreis 726,6; Corona-Fälle insgesamt 621; Corona-Patienten im Klinikum 6, davon 0 auf der Intensivstation.

Damit ist alles gesagt!