Für die Gemeinde Mainleus ist die Akte "Tristan" seit einigen Tagen geschlossen. Denn der Rottweiler, der Mitte März auf zwei Frauen und einen zweijährigen Buben im Kinderwagen losgegangen war, lebt nicht mehr. Wie Bürgermeister Robert Bosch (CSU) auf Anfrage der Bayerischen Rundschau bestätigte, sei er von der Polizei über den Tod des Hundes informiert worden.

Woran "Tristan" gestorben ist, das ist aber unklar. Es gibt Spekulationen, wonach der Rottweiler eingeschläfert worden ist. Bestätigen ließ sich das jedoch nicht. Der Halter des Hundes war zu keiner Stellungnahme bereit.

"Tristan" war seit Wochen Gesprächsstoff in Mainleus, nachdem die Bayerische Rundschau darüber berichtet hatte, dass der Rottweiler auf dem Grundstück des Halters aus dem Kofferraum des Wagens gesprungen war, als dieser die Heckklappe geöffnet hatte. Der Hund war auf die beiden Frauen - Mutter und Großmutter - zugestürmt, die gerade mit dem Zweijährigen dort spazieren gingen.

Der Rottweiler sei sofort auf den Kinderwagen los und habe sich in die Kapuze des Kleinen verbissen, schilderte später der Vater im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau den Vorfall, von dem ihm seine Frau und seine Mutter berichtet hatten. Seine Frau habe den Rüden weggezogen und zu Boden gerissen, die Großmutter habe ihren Arm zwischen Maul und Gesicht des Enkels gehalten, um einen Biss zu verhindern. Erst dann sei der Halter dazugekommen und habe das Tier weggezogen. Sein Sohn, so der Vater, habe eine kleine Wunde am Kopf erlitten, die beiden Frauen leichte Verletzungen, als sie den Hund vom Kind fernzuhalten versuchten.

Woher die Kopfverletzungen bei dem Kind stammten, da gingen die Schilderungen zwischen Vater und dem Halter des Hundes auseinander. Während der Vater sagte, der Hund habe die Wunde verursacht, hatte der Halter erklärt, dass sich das Kind die Wunde zugezogen habe, als der Kinderwagen umgestürzt ist. Die Gemeinde hatte nach dem Vorfall Tristan einen Maulkorbzwang auferlegt, die Polizei ermittelte.

Die Nachricht, dass der Rottweiler nun nicht mehr lebt, macht den Vater des Zweijährigen im ersten Moment sprachlos. "Das ist hart", sagt er nach einem Moment. Er habe nicht gewollt, dass das Tier stirbt. Er wäre schon zufrieden gewesen, wenn Tristan an der Leine bleiben und einen Maulkorb hätte tragen müssen. "Damit er niemanden mehr beißen kann."

Seinem Sohn gehe es nach der Hundeattacke gut, er zeige keinerlei traumatische Reaktion, ist der Vater erleichtert. Anders bei den beiden Frauen: "Jedesmal, wenn die einen Hund sehen, denken die an den Vorfall." Er hoffe aber, dass sich das mit der Zeit gebe.

Nach der Berichterstattung in der Bayerischen Rundschau hätten sich zahlreiche Personen an ihn gewandt und ihm ihre Erfahrungen mit dem Rottweiler geschildert - die allesamt natürlich auch nicht positiv gewesen seien, so der Mann weiter, der ebenfalls gerne wissen möchte, warum Tristan nun nicht mehr lebt.

Nur stürmisches Kontaktverhalten?

Für den Rottweiler lag ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen auf dem Fachgebiet Hundewesen vor, wonach bei dem Tier keine Anzeichen für eine anlage- oder ausbildungsbedingt gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit festzustellen seien. Der Sachverständige, dem der Vorfall mit dem Kind bekannt war, war davon ausgegangen, dass es sich bei dem Vorfall wohl um ein stürmisches Kontaktverhalten von "Tristan" gehandelt habe.