Wie aus dem Sachstandsbericht des Krisenstab-Leiters, Oliver Hempfling, in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses am Freitag hervorging, arbeiten Krisenstab und Gesundheitsamt seit einigen Wochen am Anschlag und mitunter darüber hinaus. Hempfling warb noch einmal für die Impfung, die nach wie vor das große Thema sei. "Sie schützt vor einem schweren Verlauf!"

Sieben Klasse in Quarantäne

Derzeit sind im Landkreis Kulmbach Hempfling zufolge sieben Schulklassen bei jeweils zwei bestätigten positiven Fällen in Quarantäne.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) verwies darauf, dass man im Landkreis mit 226 Infektionen am vergangenen Dienstag bislang die höchste Zahl an neuen Fällen an einem Tag erreicht habe: "Wir müssen diese Zahlen zur Kenntnis nehmen." Viele hätten sich längst von der Kontaktnachverfolgung verabschiedet, nicht so aber der Landkreis Kulmbach. "Unsere Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit, und wir haben die Lage auch im Griff. Wir können seit nunmehr zwei Jahren immer noch gewährleisten, dass die Leute angerufen und auch betreut werden", betonte der Landrat. Auch wenn die Zahlen im Landkreis hoch seien, man liege immer noch unter der durchschnittlichen Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Bayern. Noch im November habe der Landkreis mit einem Wert von unter 100 in Bayern einen Spitzenplatz eingenommen.

Für FDP-Kreisrat Veit Pöhlmann war die große Frage, wie man die Impfquote im Landkreis erhöhen könne, die seiner Meinung nach deutlich zu niedrig ist. Pöhlmann sprach sich für eine eigene Impfkampagne des Landkreises aus und warb nochmals dafür, einige Finanzmittel in die Hand zu nehmen, um die Impfbereitschaft zu verbessern.

Landrat Söllner sicherte zu, dass im Krisenstab gemeinsam überlegt werde, was man tun könne. Den "Stein der Weisen" habe man aber noch nicht gefunden. Ob eine großflächige Werbung mit Plakaten dazu beitrage, wagte Landrat Söllner zu bezweifeln. CSU-Fraktionssprecher Gerhard Schneider sah die derzeitige Situation festgefahren: "Das geht nur über eine gezielte Ansprache."

Keine "Special Olympics"

Landrat Klaus Peter Söllner gab noch bekannt, dass die Bewerbung des Landkreises Kulmbach für die nächsten "Special Olympics Deutschland" im Jahr 2023 leider nicht berücksichtigt wurde. Offensichtlich seien nur die kreisfreien Städte in Bayern ins Rennen gekommen. Söllner stellte etwas enttäuscht fest: "Das hätte man uns gleich sagen können, denn dann hätten wir uns sehr viel Arbeit ersparen können."