Das war aber leider eine Fehlannahme, ich irrte fast eine halbe Stunde lang in der Vestestadt umher, ehe ich in meiner wachsenden Verzweiflung einen Taxifahrer fragte, der mir den Weg zum Glück so genau beschrieb, dass ich tatsächlich noch mit einiger Verspätung zum Abendessen eintraf.

Seitdem habe ich ein Navi, obwohl ich mich früher immer insbesondere über junge Kolleg(inn)en lustig gemacht hatte, die sich in Oberfranken ohne das Gerät offenbar überhaupt nicht auskannten. Jetzt finde ich überall hin, weiß aber von einem Erlebnis im Urlaub von vor ein paar Jahren, dass man auch dem elektronischen Lotsen nicht alles glauben kann.

Dort sorgte nämlich eine Gruppe von mit Navigationsgeräten ausgerüsteten Radfahrern in einem Hotel im Berchtesgadener Land für ein heftiges Hallo, als sie fragten, wie weit es noch nach Königssee sei. Ich schätzte, etwa zwei Kilometer. Im Verlauf des Gesprächs stellte sich dann allerdings heraus, dass sie nach Königsee (bei Rudolstadt) unterwegs hatten sein wollen. Und da wiederum wäre sogar mein Freund in Coburg näher dran gewesen.