Ab dem 15. März gilt in den Einrichtungen des Gesundheitswesens die Impfpflicht - auch am Kulmbacher Klinikum. Geschäftsführerin Brigitte Angermann hatte zuletzt immer von einer Impfquote von 92 Prozent gesprochen, die das Klinikum schon erreicht habe. Ob es sich bei folglich acht Prozent Ungeimpfter und insgesamt 1800 Mitarbeitern dann um 140 Menschen handelt, denen ein Berufsverbot droht? "Das kann man so nicht rechnen. Nicht alle unserer rund 1800 Beschäftigten sind aktiv. Etliche sind zum Beispiel in Elternzeit, andere sind über lange Zeit erkrankt", sagt Angermann, die betont, dass es sich bei der angegebenen Impfquote von rund 92 Prozent um einen Wert von Oktober handelt. "Der Wert hat sich inzwischen nochmals erhöht." Viele der ungeimpften Mitarbeiter befänden sich zudem derzeit bereits im Impfprozess und seien noch nicht in der Statistik. "Wir haben berechtigten Grund zur Annahme, dass zum Stichtag 15. März die Zahl der dann noch ungeimpften Mitarbeiter sehr überschaubar sein wird."

Die Frage, wie viele Pflegekräfte und Ärzte noch nicht geimpft sind, beantwortet sie nicht. "Dazu machen wir derzeit noch keine detaillierten öffentlichen Angaben."

"Können nur weiter aufklären"

Wie sie zu Mitarbeitern steht, die keine Corona-Leugner sind, die dem Impfstoff aber skeptisch gegenüberstehen? "Wir können nur weiter aufklären und werden alles tun, um die jetzt noch unentschlossenen Mitarbeiter mit allen Kräften zu unterstützen, sich eine auf Fakten basierende Meinung zu bilden und dann ihre Entscheidung zu treffen", sagt Angermann und führt an: "Am Klinikum Kulmbach bieten wir zum Beispiel nun schon seit einem Jahr eine Impfsprechstunde an. Dort können im Gespräch mit einem Arzt alle Fragen gestellt werden, die vielleicht zu einer Verunsicherung geführt haben. Außerdem weisen wir regelmäßig auf Sonderimpftermine hin und bitten unsere Mitarbeiter darum, sich bei einem Arzt ihres Vertrauens beraten zu lassen. Viele möglicherweise bestehenden Unsicherheiten lassen sich in einem sachlichen Gespräch aufklären."

"Virenlast deutlich geringer"

Wie Angermann mitteilt, werden bis dato alle Beschäftigten regelmäßig getestet. "Die ungeimpften Mitarbeiter täglich, die geimpften mindestens zweimal wöchentlich. Das tun wir zu unserer eigenen Sicherheit und auch zur Sicherheit unserer Patienten." Natürlich sei man sich der Tatsache bewusst, dass auch geimpfte Personen infiziert werden können. "Deswegen werden alle regelmäßig getestet. Es hat sich außerdem gezeigt, dass bei geimpften und noch mehr bei geboosterten Menschen die Virenlast im Falle einer Ansteckung in der Regel deutlich geringer ist als bei nicht geimpften."

Das Klinikum sei wie alle Einrichtungen aus der Branche gesetzlich verpflichtet, zum Stichtag am 15. März gegenüber dem Gesundheitsamt/Landratsamt die Namen der dann noch ungeimpften Mitarbeiter zu nennen. "Dieser Verpflichtung werden wir natürlich nachkommen." Angermann geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen nicht allzu groß sein wird. "Wir werden bis zum letzten Tag kämpfen, um jeden Einzelnen mitzunehmen, den wir noch erreichen können. Jeder unserer Mitarbeiter ist uns wichtig."

"Betrieb keinesfalls gefährdet"

Es sei das Ziel, zum Stichtag im Idealfall keinen Beschäftigten zu verlieren. "Unser Betrieb, das können jetzt schon versichern, wird vom 16. März an keineswegs gefährdet sein. Das haben wir allen unseren Mitarbeitern zu verdanken, die seit Ausbruch der Pandemie gemeinsam mit uns an einem Strang ziehen und alles geben."