"Auch wenn mir der Umzug Spaß macht, wäre ich jetzt viel lieber im kühlen Nass." Wer hätte der siebenjährigen Eva Tröglen am Samstagnachmittag beim Melkendorfer Wiesenfest widersprechen wollen? Nachdem Hoch Yasmine auch den Landkreis Kulmbach in den Schwitzkasten genommen hatte, fiel der Umzug kürzer aus als in den vorherigen Jahren. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.

Statt im Freien wurde in der kühlen Turnhalle gefeiert, wo die Jungen und Mädchen mit viel kindlichem Eifer ihr stimmliches und tänzerisches Talent unter Beweis stellten.

Das Motto der Veranstaltung "Sommer, Sonne, Strand und Meer" passte zu den hochsommerlichen Temperaturen.
Ein aufblasbarer Delfin, Wasserbälle, Schwimmreifen und Spritzpistolen gehörten zu den unverzichtbaren Accessoires des diesjährigen Umzuges.

Eva Tröglein und ihre gleichaltrige Freundin Rosalie Bachmann trugen sogar ein Planschbecken durch die bunt geschmückten Straßen des Kulmbacher Ortsteiles. "Leider ist kein Wasser darin", seufzte Eva...

Gut bescbhirmt und behütet

Insgesamt 90 Jungen und Mädchen der Theodor-Heublein-Schule beteiligten sich gut beschirmt und gut behütet an dem traditionellen Umzug.

Elf Kinder aus der Melkendorfer Kita, die im nächsten Jahr eingeschult werden, trugen voller Stolz ihre Schulranzen auf dem Rücken. Aus treuer Verbundenheit zu ihrer früheren Schule ließen es sich einige ehemalige Pennäler nicht nehmen, mitzumarschieren.

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU), der den Kindern wieder Eis spendiert hatte, lobte das gute Miteinander innerhalb der Schulfamilie.

Susanne Wiesel vom Elternbeirat dankte allen Helfern und Spendern. Fördervereinsvorsitzender Dietmar Bär schenkte Schulleiterin Claudia Schmidt ein Slackline-Band zum Balancieren für die Kleinen.

450 Euro für die Nepalhilfe

Schmidt wiederum überreichte dem Vorsitzenden der Nepalhilfe Kulmbach, Peter Pöhlmann, 450 Euro, die bei einer Spendensammlung in der Schule zusammengekommen waren. "Damit können wir 2000 Mittagessen für die 350 Schüler der Malekhu-Grundschule finanzieren", freute sich Pöhlmann.

Bei dem Erdbeben, das Nepal unlängst erschüttert hatte, seien 80 Prozent der Häuser, in denen die Familien der Schulkinder lebten, zerstört worden. Auch die beiden Schulgebäude müssten saniert werden. Die Kosten dafür bezifferte der Kulmbacher auf rund 150 000 Euro.

Anschließend ging es mit einem bunten Programm in der Grundschulturnhalle weiter: Während beispielswiese die Jungen und Mädchen der vierten Klasse mit dem fetzigen Reigen "Rock mi" gute Laune in die Herzen der Zuschauer zauberten, entführten Schüler aus den ersten Klassen mit einem farbenfrohen Tücher-Tanz die Besucher gedanklich auf den kühlen Meeresgrund, wo Seepferdchen und Seesterne ausgelassen tanzten.

Auf einer Spielstraße konnten die Kinder ebenfalls ihren Bewegungsdrang ausleben. Eine Foto- und Handarbeitsausstellung zählte zu den weiteren Farbtupfern des abwechslungsreichen Programms. Die Arbeitsgemeinschaft Schulgarten verkaufte nicht nur Pflanzen, sondern auch erfrischenden Holler-Sirup.

Jugendkapelle spielt auf

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Jugendkapelle der städtischen Musikschule unter der Leitung von Harald Streit.