Kontrovers diskutiert hat der Gemeinderat über den Antrag von Herrmann Dippold auf Sanierung des Gefallenenehrenmals am Dorfplatz. Die Stele neben dem Brunnen war im Jahr 1900 zur Erinnerung an die Gefallenen des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 errichtet worden. Das Denkmal selbst ist an sich in einem guten Zustand; die Inschrift ist mittlerweile aber stark verwittert.

Schon einmal abgelehnt

Ob man die Schrift nun nacharbeiten sollte oder nicht, darüber schieden sich die Geister. Insbesondere ging es um den Satz "Der Nachwelt zur Nacheiferung" auf der Tafel, den Martin Hohlweg am liebsten weiter verwittern lassen würde. Brigitte Radtke dagegen meinte, dass man sich der Geschichte stellen und sie nicht verschweigen sollte. Die Inschrift brauche man zwar nicht wieder hervorheben, allerdings könnte man auf einer zusätzlichen Tafel den Hintergrund und die Mentalität der damaligen Zeit auch in Rugendorf erklären.

Die gleiche Diskussion habe es bereits vor Jahren im Gemeinderat gegeben, als die Stele gereinigt worden sei, erinnerte Martin Weiß. Damals habe man entschieden, die Schrift so verwittert zu lassen wie sie ist. In diesem Sinn entschied das Gremium nun erneut, nur Dippold und Radtke blieben anderer Meinung.

Photovoltaik künftig nur noch auf Dächern

Mit acht zu drei Stimmen folgte der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung einem Antrag von Martin Weiß, wonach Rugendorf "zur Schonung von landwirtschaftlichen Nutzflächen" auf weitere Flächenausweisungen für Photovoltaik (PV) generell verzichten sollte. Damit war dann auch gleichzeitig ein Antrag der Firma Münch Energie abgelehnt.

Das Rugendorfer Unternehmen hatte seine Anlage "Rugendorf Südwest" um effektiv sechs Hektar erweitern wollen. Dem Vorhaben hätte Bürgermeister Gerhard Theuer eine Chance gegeben, denn laut einer WWF-Studie wäre die 100-prozentige Versorgung einer Kommune aus nichtfossilen Energieträgern auf zwei Prozent einer kommunalen Fläche zu bewerkstelligen - in Rugendorf wären das gut 34 Hektar, überschlug er. Bislang seien 20,9 Hektar mit PV-Anlagen bebaut, folglich wäre die von der Firma Münch beantragte weitere Fläche noch im Rahmen.

Martin Weiß betonte, dass er kein Gegner von PV-Anlagen sei, er selbst habe seit 2004 eine auf dem Dach. Er sei jedoch generell gegen Anlagen auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Man solle hierfür vorhandene Dächer nutzen. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln habe Vorrang vor großflächig wohl lukrativeren PV-Feldern.

Wo ist der Nutzen?

Herrmann Dippold wandte sich gleichermaßen gegen einen "industriellen Überbau der Landschaft", Franz Schnaubelt sah zudem keinen direkten Nutzen für Rugendorf. Er ergänzte, dass mit der Anlage, die Münch auf dem Gelände des ehemaligen Asphaltwerks baut, die Kommune bereits statistisch zu 100 Prozent versorgt sei. Außerdem vermisste er bei den Planungen eine schon einmal angedeutete Zusage einer Bürgerbeteiligung.

Diese bei neuen Vorhaben durchzuführen, schloss Michael Schlee, der die Firma Münch in der Sitzung vertrat, durchaus nicht aus. Allerdings sei beim aktuellen Vorhaben noch nichts spruchreif.

Die grundsätzliche Wertschätzung des Gemeinderats gegenüber Münch und dessen Bemühungen um eine umweltgerechte Energieproduktion formulierte Johannes Heyl. Er ergänzte aber, dass Rugendorf dennoch "keine Musterhaussiedlung für Photovoltaik" sei. Zudem vermisste er den Nutzen von Strom aus PV auf Rugendorfer Gebiet für die Gemeinde, wie zum Beispiel die Versorgung der Straßenbeleuchtung über eine der Anlagen

Kampfabstimmung

Mit sechs zu fünf Stimmen lehnte der Gemeinderat die Errichtung einer Verteilstation auf der "Hut" zwischen Feldbuch und Eisenwind ab. Dort wollte die Firma Münch die PV-Anlagen bei Poppenholz und Gössersdorf und mögliche weitere Anlagen auf Kulmbacher Gebiet zusammenschließen. Für den Gemeinderat war der gedachte Standort mitten in der Flur nicht nachvollziehbar, insbesondere auch deshalb nicht, da das Häuschen nahe der noch strittigen Windräder bei Eisenwind gebaut werden soll.

Die Station habe nichts mit den Windrädern in der Nähe zu tun, betonte Michael Schlee von Münch Energie ausdrücklich, räumte jedoch Gespräche mit dem Investor für die Windräder ein. Eine doppelte Infrastruktur für den Anschluss sei nicht unbedingt wirtschaftlich - die Verteilstation werde aber so oder so für die bestehenden PV-Anlagen gebraucht. Nach der Ablehnung des Baus liegt die Entscheidung nun beim Landratsamt Kulmbach.