Die Marktgemeinde Presseck will sich künftig besser, in jedem Fall zeitgemäßer darstellen. Das Negativimage, der Ort sei ein unwirtliches Schneeloch oben auf dem Berg, trifft in Anbetracht steigender Temperaturen ohnehin nicht mehr zu, und der unscharfe Titel "Ferienfrische" auf den Willkommenstafeln an den Ortseingängen hat ausgedient - wie auch die Tafeln selbst, die kurzfristig ersetzt werden sollen. Mit ersten Anregungen beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Die beiden SPD-Gemeinderäte Gerhard Leinfelder und Mark Reuther hatten einen diesbezüglichen Antrag eingebracht, zu dem Bürgermeister Christian Ruppert (CSU) in der ersten von zwei Sitzungen im Dezember auch gleich Vorschläge vorlegte. Und er hatte auch schon einen - durchaus doppeldeutigen - Slogan als Favoriten: "Herrliche Aussichten".

Schandflecke beseitigt

Zum einen bietet Presseck unter anderem von der letzten Anhöhe vor dem Ortsschild aus Richtung Stadtsteinach an der "Kalten Staude", dem wahrscheinlich 350 Jahre alten Naturdenkmal zweier Buchen, einen freien Blick bis ins Fichtelgebirge und zur anderen Seite über die sanften Hügel des Frankenwalds - vor allem, wenn sich der Frankenwaldverein dazu entschließen könnte, den derzeit geschlossenen Aussichtsturm am Knock zu erneuern.

Zum anderen wird sich das Ortsbild der Marktgemeinde im Lauf der Zeit zum Positiven verändern, nachdem es in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr ramponiert wurde: "Schandflecke" wie die baufälligen Wohn- und Fabrikgebäude im Ortsinnern wurden und werden noch beseitigt, wie kürzlich auch die Scheune neben der Staatsstraße. Plätze und Grünflächen wurden und werden noch angelegt.

Wieder zum Ort der Kommunikation und des Zusammenkommens soll auch der Marktplatz umgestaltet werden. Erste Überlegungen dafür gab es bereits. Die wieder aufzunehmen und auch umzusetzen, lautete ein weiterer Antrag der SPD-Fraktion, die den Platz am Rathaus vom "Charme der 1970er Jahre" endlich befreien will.

Günstige Baugrundstücke

Presseck bietet zudem auch herrliche Aussichten für Häuslebauer. Flächen für Neuansiedlungen, fix und fertig erschlossen, leichter Südhang mit freier Sicht und ohne Durchgangsstraßen sind vorhanden, die für 48 Euro pro Quadratmeter mit den neuen Baugebieten in der Umgegend mehr als konkurrenzfähig sind.

Auch darauf will der Markt nun wieder verstärkt aufmerksam machen: Ruheständler, die Ruhe suchen, aber auch besonders junge Familien auf die intakte Infrastruktur mit Grundschule und zwei Kindergärten hinweisen.

Für die Digitalisierung der Schule hat die Gemeinde bereits 16 Tablets und einen Lehrer-Laptop angeschafft, sagte Verwaltungsleiter Frank Wunner. Für die weitere Ausstattung liege ein Zuwendungsbescheid über 3273 Euro vor; dafür werden ein Beamer, ein Scanner, zwei I-pads für Lehrer und ein Schrank für alle Geräte angeschafft. Die Gemeinde wird dafür noch etwa 1500 Euro zuschießen müssen, sagte Wunner.

Thema Friedwald vertagt

Zudem scheint das Leader-Kooperationsprojekt "Frankenwaldallianz" langsam konkret zu werden. Es soll weitere Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten für die Anwohner und den sanften Tourismus bieten. Um dieses Projekt geht es unter anderem in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr in der Turnhalle. Dann wird auch das Umweltgutachten für den geplanten Friedwald hinter Schloss Heinersreuth besprochen, das zur aktuellen Sitzung noch nicht vorlag.

Weitere Überlegungen, Plätze für Wohnmobile anzubieten, regte Mark Reuther an; ein Thema das bereits bei der Gestaltung des Schuh-Ott-Geländes diskutiert, dann aber zumindest dort verworfen wurde.

Derzeit wird auch die Homepage von Presseck völlig neu überarbeitet. Daran möchte der Gemeinderat auch die Bevölkerung teilhaben lassen und bittet, Fotos von besonders schönen Eckchen im Dorf an das Rathaus zu mailen.

Unverändert bei 2,94 Euro pro Kubikmeter bleiben die Gebühren für die Abwasserentsorgung. Davon können sogar Rücklagen für weitere notwendige Investitionen in das Kanalsystem gebildet werden.

Hebesatz steigt

Erhöht hat der Gemeinderat dagegen den Hebesatz für die Gewerbesteuer um zehn Punkte auf nun 340 Prozent - dies auf Hinweis der Kommunalaufsicht, die festgestellt hat, dass der Pressecker Hebesatz mittlerweile unterhalb des Landesdurchschnitts liegt. Ein Satz über dem Durchschnitt sei jedoch Voraussetzung, dass die Kommune weiterhin Stabilitätshilfen bekommen wird.