"Früher war das Seilspringen in der Pause gang und gäbe. Heute ist es leider etwas aus der Mode gekommen", bedauert Lehrer Günter Zeller. "An unserer Schule in Trebgast gehört es ja sowieso zum Sportunterricht. Es ist ein einfaches Sportmittel, man braucht nicht viel dazu", sagt er.

Drei Schulstunden Sport in der Woche sieht der Stundenplan der Grundschüler vor. Laufen, Springen, Ballspielen - diese eigentlich natürlichen Bewegungsabläufe gehören heute nicht mehr zum selbstverständlichen Tagesablauf unserer Kinder. Viele spielen lieber am Computer oder sitzen stundenlang vor dem Fernseher. Eine Folge davon: Bereits mehr als jedes fünfte Schulkind ist übergewichtig. Dieses Thema nimmt jetzt die Deutsche Herzstiftung auf. Sie hat für die Grundschulen das Präventionsprojekt "Skipping Hearts" initiiert, und möchte damit Freude und Spaß an der Bewegung vermitteln.

Der Hintergedanke dabei: Die Kinder sollen lernen, dass Bewegung und Sport neben einer gesunden Ernährung wichtig ist, um gesund zu bleiben, und im Alter das Risiko verringert, am Herzen zu erkranken. Die Aktion soll einen Beitrag dazu leisten, die körperliche Fitness zu verbessern und das Herz-Kreislaufsystem zu stärken.
Das soll mit den Möglichkeiten des "Rope Skipping", einer etwas sportlichen Variante des Seilspringens, aufgezeigt, und in wöchentlichen Übungseinheiten vertieft werden.

Basic Jump und Double Under

Kursleiterin Sabine Römhild vermittelt in zwei Stunden verschiedene Sprungtechniken, die sowohl eine gute Koordination als auch Kondition erfordert. "Die Kinder kommen während des Kurses immer mehr auf den Geschmack und probieren selbst Neues aus", erklärt sie. Das beginnt beim "Basic Jump" bis zum "Double Under" Doppelsprung. Dazwischen liegen "Side Straddle", "Side Swing", "Jogging Step", "Forward Straddle", "Criss Cross", "Half Turn", "Can Can" und "Skier".

Für Abwechslung ist also gesorgt, damit keine Langeweile aufkommt. Ein toller Nebeneffekt bei diesem Sport: Alle können mitmachen, weil viele Übungen im Team, zu zweit oder zu dritt gesprungen werden. Die dabei verwendeten Seile bestehen aus weichem Gummi und lassen sich dadurch sehr schnell beschleunigen. Sie sind außerdem wetterfest.

Hoher Puls bei fetziger Musik

Nach dem Workshop sieht man den Kindern an, dass man doch ganz schön ins Schwitzen kommen und relativ hohe Pulsspitzen erreichen kann. Gerade der Wechsel von niedrigem und hohem Puls ist ein sehr gutes Training fürs Herz. Bei fetziger Musik führen die Klassen 4a und 4b jetzt das Geübte ihren Mitschülern und den anwesenden, interessierten Eltern vor.

Workshopleiterin Sabine Römhild: "Das kostenlose Projekt der Deutschen Herzstiftung wurde 2011 in Bayern gestartet und stößt bislang auf großes Interesse. Auf Anhieb meldeten sich 700 Schulen an. Und wir erhalten viele positive Rückmeldungen." Anmelden können sich 3. oder 4. Klassen einmal pro Schuljahr.