Wo Licht ist, ist Schatten. Das Gewerbegebiet der Gemeinde Himmelkron profitiert dank der exponierten Lage an den Verkehrsachsen A 9 und B 303 enorm. Wie sonst wohl nirgendwo im Landkreis siedeln sich dort Betriebe an, machen Reisende Rast. Die meisten davon gesetzestreue Bürger. Aber auch schräge Vögel sind darunter.

"Autohöfe an Verkehrsachsen sind Brennpunkte", bestätigt der Leiter der Polizeiinspektion Stadtsteinach, Alexander Horn. Himmelkron fällt mit in seinen Zuständigkeitsbereich, der sich von Rugendorf bis Presseck und von Kauerndorf bis Himmelkron und Harsdorf erstreckt. In den insgesamt 16 Gemeinden leben rund 28 000 Personen.

Vom Gewerbegebiet abgesehen, ist es in Himmelkron so sicher wie in vergleichbaren Gemeinden. Ein Blick in die Statistik bestätigt das: So wurden in Himmelkron (ohne Gewerbegebiet) im vergangenen Jahr 93 Straftaten begangen.
In Marktleugast waren es 94, in Neuenmarkt 123, in Stadtsteinach 119. Nimmt man jedoch das Gewerbegebiet hinzu, schiebt sich Himmelkron an die Spitze: Denn dann kommen 126 Straftaten dazu. Damit addieren sich die Fälle auf 219.

Hier tummelt sich die Klientel der Polizei

"Wo viele Leute sind, tummelt sich auch unsere Klientel. Hier wird mehr kontrolliert und entsprechend mehr aufgedeckt", analysiert Polizeihauptkommissar Horn die Zahlen. An der Spitze der Delikte im Himmelkroner Gewerbegebiet lagen 2013 Raub und Körperverletzung mit 42 Fällen, gefolgt von Betrügereien (26), Diebstahl (23), Rauschgiftdelikten (14) und schwerem Diebstahl (8).

Insgesamt wurden im Bereich der Stadtsteinacher Polizeiinspektion im vergangenen Jahr 925 Straftaten verübt, die Aufklärungsquote lag bei 71,6 Prozent und damit deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 64,1 Prozent.



Dabei ist es sowohl dem Gespür der Beamten als auch gezielten Kontrollen zu verdanken, dass immer wieder Übeltäter ins Netz gehen. "Bei Ortschaften mit 3000 bis 4000 Einwohnern legen wir schon ein Augenmerk auf die Brennpunkte und überlegen uns Maßnahmen, hier entgegenzusteuern."

Im Einzugsgebiet Grenze

Das gilt auch für die Rauschgiftdelikte: "Wir gehören noch zum Einzugsgebiet Grenze und haben damit auch mit Rauschgiftsachen und deren Folgeerscheinungen zu tun, die in unsere Region schwappen", nennt der Polizeibeamte ein weiteres Einsatzgebiet. Dem werde versucht, mit erhöhten Kontrollen Einhalt zu bieten.

Und es gibt noch einen anderen Sektor, der den Beamten mehr und mehr zu schaffen macht, der aber nicht auf eine bestimmte Region begrenzt ist: die Internet-Kriminalität. "Hauptsächlich geht es um Betrügereien mit Geldsachen. Hier sind die Ermittlungen schwierig, weil die Täter häufig im Ausland sitzen", erklärt Alexander Horn das Problem. Die Täter würden dreist die Leichtgläubigkeit und Unvorsichtigkeit der Menschen ausnutzen.