• Flugunglück in Kulmbach: Bei einem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs am Kulmbacher Flugplatz sind zwei Männer ums Leben gekommen
  • Das Flugzeug stürzte beim Startversuch ab und überschlug sich
  • Explosionsgefahr: Die Bergung gestaltete sich wegen einer aktiven Sprengkapsel im Flugzeug schwierig
  • Identität der Toten konnte geklärt werden - Opfer geborgen
  • Unglücksursache ist noch unklar

Kurz nach 18.15 Uhr meldete eine Zeugin über den Notruf den Absturz. Innerhalb kurzer Zeit waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Ersten Erkenntnissen zufolge startete der Pilot mit einem weiteren Insassen das Kleinflugzeug und stürzte aus bislang ungeklärter Ursache am Ende der Startbahn ab. Es war der erste von zwei tödlichen Flugunfällen in 48 Stunden in Franken - der zweite ereignete sich in den Haßbergen bei Flugübungen.

In der Nacht wurde die Bergung unterbrochen, da Explosionsgefahr am Wrack besteht. Am Morgen seien Spezialisten am Unfallort eingetroffen, seit 7.45 Uhr lief die Bergung weiter, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken auf Nachfrage von inFranken.de mit. Auch Beamte der Kripo sowie von der Bundesstelle für Luftunfälle vor Ort. Inzwischen sind die Maßnahmen abgeschlossen und die Todesopfer identifiziert - die Ermittlungen zur Absturzursache dauern aber noch an.

Flugzeugabsturz endet tödlich: Bekannter Unternehmer kommt ums Leben

Nach Informationen der Redaktion handelt es sich beim Piloten des verunglückten Flugzeugs um einen bekannten Unternehmer aus dem Landkreis Kulmbach. Klaus Georg Purucker (52) ist Chef der Untersteinacher Firma Purucker Metalltechnik. Doch nicht nur das: Bei der letzten Bundestagswahl war Purucker Kandidat der Freien Wähler für seinen Wahlkreis Kulmbach. Außerdem war er stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands. Sein Begleiter soll nicht aus dem Landkreis stammen, heißt es weiter.

Das Ultraleichtflugzeug hatte sich am Donnerstagabend kurz nach dem Start gedreht, kam mit der Tragfläche auf dem Boden auf, überschlug sich und war auf dem Dach liegengeblieben. Beide Insassen starben noch am Unfallort. Einsatzkräfte versuchten noch am Donnerstagabend das Wrack zu drehen, um die beiden Menschen zu bergen. Die Maschine rollte in westliche Richtung auf der Startbahn. Kurz vor deren Ende hat sie sich aus noch ungeklärter Ursache überschlagen, rutschte noch etwa 50 Meter weiter und blieb dann unmittelbar neben der Startbahn liegen.

Die Bergung gestaltete sich schwierig. Der Grund: In Flugzeugen dieses Typs ist ein Rettungssystem verbaut, zu dem auch eine Art Sprengkapsel gehört. Das Rettungssystem war auch nach dem Absturz noch aktiv. Weil das Flugzeug auf dem Dach lag, konnte niemand genau abschätzen, was passieren würde, wenn diese Sprengladung detoniert. Höchste Vorsicht war also geboten. Aus diesem Grund wurde auch die Unglücksstelle weiträumig abgesperrt und die Einsatzfahrzeuge wurden fast vollzählig aus der Gefahrenzone entfernt.

Zwei Männer sterben bei Absturz: Wie kam es zu dem Unglück am Flugplatz Kulmbach?

Nachdem es am Vormittag gelungen war, das Rettungssystem auszubauen und so die Explosionsgefahr zu bannen, konnte das Flugzeug mit einem Spezialfahrzeug des Technischen Hilfswerks aufgerichtet werden. Erst danach konnten die beiden Opfer geborgen werden.  Bei dem Piloten handelte es sich um einen 52-Jährigen aus dem Landkreis Kulmbach, sagte eine Polizeisprecherin. Mit an Bord sei ein 51-Jähriger aus der Oberpfalz gewesen. Beide starben nach Angaben der Polizei noch am Unfallort. 

Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Noch am Freitag untersuchte ein Gutachter die Unfallstelle und das Wrack. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sei eingeschaltet, hieß es. Der Gesamtsachschaden beträgt geschätzte 120.000 Euro. 

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