"Es brennt in Stadtsteinach. Die Gefahrensituation muss entschärft werden." Die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner lässt gleich zu Beginn ihrer Ausführungen am Mittwochabend im Stadtsteinacher Schützenhaus keinen Zweifel daran, dass sie die Dringlichkeit für schnelle Maßnahmen im Ort sieht. Und sie macht klar: Die Umgehungspläne seien "unter keinen Umständen gefährdet", auch wenn sich die Kommune parallel Gedanken zur Verkehrsberuhigung beispielsweise rund um den Marktplatz macht. Solche Bedenken waren mehrfach im Stadtrat geäußert worden. Nach dem Motto: Lieber die Füße still halten, damit die Realisierung der großen Lösung nicht noch zwischen den Fingern zerrinnt?


270 Milliarden stehen im Plan

Die Ortsumfahrung gehört zu den Vorhaben, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans eingestuft sind. Der umfasst ein Volumen von 270 Milliarden Euro, sagt Zeulner. Mit dem Planfeststellungsbescheid für Stadtsteinach rechnet die Abgeordnete noch in diesem Jahr. Kommen dann keine Klagen gegen das Projekt, liegt prinzipiell Baurecht vor. Die Unterlagen der Regierung von Oberfranken seien umfassend ausgearbeitet und sozusagen wasserdicht, so dass sie auch vor Gericht Bestand hätten.



Und die Bezahlung? "Das Geld für den Stadtsteinacher Teil der Ortsumgehung ist in jedem Fall da. An der Finanzierung scheitert es nicht." In Bayern könnten viele ähnliche Projekte umgesetzt werden, freut sich die 30-Jährige. Bürgerschaft und Politik gibt sie als Empfehlung mit auf den Weg, "sich vorher zu einigen".

Schwierigkeiten sieht die Abgeordnete, was Überlegungen eines Durchfahrtverbots für den Stadtkern ansieht; das hat beispielsweise die Gruppierung "Pro Stadtsteinach" immer wieder zur Diskussion gestellt. "Ich kann mich gerne nochmals erkundigen, aber mir ist kein Fall bekannt, bei dem eine Bundesstraße für den Schwerlastverkehr gesperrt wurde."

Bundesstraßen bildeten per Definition das übergeordnete Straßennetz der Bundesrepublik Deutschland und stehen laut Bundesfernstraßengesetz auch dem Schwerlastverkehr zur Verfügung. Debatten um Sperrungen hält sie deswegen für "theoretisch", da es keine belastbaren Zahlen darüber gebe, wie sich der Lastwagenverkehr durch Stadtsteinach zusammensetze. "Reden wir hier von reinem Transitverkehr, der nur durchfährt, oder ist es eben auch Ziel- und Quellverkehr, der beispielsweise heimische Firmen ansteuert? Ich bin froh um jeden Arbeitsplatz, der uns im ländlichen Raum erhalten bleibt. Und was ist die Alternative zur B303? Wer würde stattdessen belastet? Das wird gern vergessen: Auch an anderen Fernstraßen leben Menschen. Insofern kann für Stadtsteinach nur die Umgehung das Mittel der Wahl sein."


Doch ein Tunnel für Kauerndorf?

Vor diesem Hintergrund sei man für die Stadt mittlerweile sehr weit gekommen, sagt Emmi Zeulner. Und sie fügt noch einen Satz an, der ein paar Kilometer weiter sicher mit besonderer Aufmerksamkeit vernommen werden dürfte: "Und dann werden wir den Tunnel für Kauerndorf schon auch noch bauen."