Wohl dem, der seine Gefriertruhe schon in der letzten Woche befüllt und die Vorratsschränke zeitig bestückt hat! Er konnte sich dem Trubel, der in den letzten Tagen rund um die Einkaufsmärkte in Kulmbach herrschte, entziehen.

Nun ist es nichts Neues, dass an den Tagen vor Weihnachten die Parkplätze voll sind, sich die Menschen in den Lebensmittelgeschäften drängen und sich mehr oder minder klaglos in lange Warteschlangen an den Kassen einreihten. Dass dies auch in diesem Jahr so ist, verwundert allerdings schon: Zum einen müssen die Feiern in der Familie coronabedingt klein ausfallen. Zum anderen wäre es doch gerade in Zeiten wie diesen gut, Plätze zu meiden, wo viele andere Menschen unterwegs sind.

Auflagen fürs Einkaufen

Dennoch: Viele Menschen wagten sich ins Getümmel. So viele, dass nicht alles reibungslos lief. Zwar dürfen Lebensmittelmärkte auch während des Lockdowns öffnen. Aber sie müssen sich an Auflagen halten (siehe Infobox).

Damit haperte es wohl in den letzten Tagen das ein oder andere Mal. So wurde der BR unter anderem am Montag berichtet, dass offensichtlich viel zu viele Kunden in den Märkten unterwegs seien und niemand den Zugang kontrolliere. Auch werde, weil der Ansturm so groß sei, "wild" geparkt.

Polizei im Einsatz

Beamte der Polizeiinspektion Kulmbach, die auf Betreiben des Landratsamtes als Aufsichtsbehörde Kontrollen vornahmen, haben tatsächlich Verstöße registriert. Das bestätigte Oliver Hempfling, Leiter der Corona-Koordinierungsgruppe beim Landkreis Kulmbach, auf Anfrage. Es habe sich um keine große Anzahl von Verstößen gehandelt, die wohl auch nicht sonderlich schwerwiegend seien.

Hempfling zufolge nimmt das Landratsamt in solchen Fällen mit den Ladenbetreibern Kontakt auf, um sie zur Sache zu hören. "Wir werden uns außerdem personell verstärken, um künftig auch selber kontrollieren zu können", so Hempfling, der darauf hinweist, dass Verstöße gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung mit einem Bußgeld geahndet werden.

Als wir uns am Dienstagvormittag in der Albert-Ruckdeschel-Straße - dort haben mehr als ein Dutzend Läden geöffnet - und am Kreuzstein umsahen, herrschte erneut reger Betrieb, allerdings ging es ausgesprochen geordnet zu. Im Real-Markt beispielsweise baten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Kunden, den Markt nur mit einem Einkaufswagen zu betreten - ein bewährtes Instrument, die Zahl der Kunden im Laden zu begrenzen.

Elektronisches Zählwerk

In den Edeka-Märkten am Kreuzstein und im "fritz"-Einkaufszentrum gibt es ein elektronisches Kundenzählwerk: Eine rote Lampe und ein Warnton signalisieren, wenn die Höchstzahl an Kunden erreicht ist.

Im Drogerie-Markt Müller sind die Einkaufskörbe im Eingangsbereich abgezählt, die Kunden werden gebeten, einen Korb zu nehmen. Auch so behalten die Mitarbeiter den Überblick über die Kundenzahl.

Am Dienstagnachmittag dann füllten sich Parkplätze und Läden zusehends: Weihnachten naht - und offensichtlich sind noch nicht alle Tiefkühltruhen und Vorratsschränke ausreichend bestückt.