"Ich sehe und staune, was hier passiert!" Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU)ist begeistert vom Museumskomplex im Mönchshof und vor allem von dem, was dort an Erweiterung geplant ist. Zum bayerischen Bäckereimuseum und dem Brauereimuseum gesellt sich in Zukunft noch ein Gewürzmuseum. Das war bisher in deutlich kleinerem Umfang auf der Kulmbacher Plassenburg angesiedelt, jetzt wird es Teil des Museumkonzeptes in der Blaich.

Mehr als ein Säckchen Pfeffer

"Genauso wie es im Brauereimuseum nicht einfach ein paar Bierkrüge und im Bäckereimuseum nicht nur ein paar Brote zu sehen gibt, wird es auch im Gewürzmuseum deutlich mehr zu sehen geben, als ein paar Säckchen mit Pfeffer," betont Geschäftsführerin Sigrid Daum.
Das Gewürzmuseum solle das museale Schaufenster auf den Lebensmittelstandort Kulmbach vergrößern.

Manuela Mahn übernimmt die Planung für das neue Museum. "Es wird ein Museum für alle Sinne. Man wird die Gewürze richtig erleben können!" schwärmt sie. Im ersten Teil des 1200 Quadratmeter großen Museums wird es einen Gewürzbasar geben, an dem die Besucher die Gewürze schmecken, riechen, anschauen, befühlen und sogar hören können.

Magische Geschichte

Danach begibt man sich auf den langen Weg der Gewürze. Dieser Teil des späteren Museums ist bisher noch nicht überdacht, soll aber bald eingehaust werden. Vom Orient kann der Weg der Gewürze übers Mittelmeer und die Alpen bis zu uns nach Franken verfolgt werden. Auch die Gewürzverarbeitung, Gewürze als Speisezutat, als Heilmittel und heute als Alltagsgut werden in den folgenden Räumen dokumentiert.

Dabei werden viele spannende Aspekte beleuchtet. Zum Beispiel die Magie der Gewürze. Oder wussten Sie, dass Rittern einst Rosmarinkränze angesteckt wurden, um ihnen besondere Kräfte zu verleihen?

Den Abschluss bildet ein "Spice Club". Dort gibt es Tipps und Infos zur Verwendung von verschiedenen Gewürzen in der Alltagsküche. Auch die Möglichkeit für eine Clubmitgliedschaft ist angedacht. "Der Besucher soll nicht nur betrachten. Wir wollen Begeisterung wecken und lebendiges Lernen ermöglichen", so die Planerin.

Wer derzeit durch die Baustelle streift, kann sich das alles nur schwer vorstellen. Die ehemaligen Fabrikräume der Mönchshof Brauerei standen viele Jahre leer und wurden höchstens als Werkstatt und Abstellraum für die anderen beiden Museen und das Museumspädagogische Zentrum genutzt. Zwischenzeitlich nutzte der Kulmbacher Kunstverein die Räume für seine Ausstellungen.

Im Kopf von Geschäftsführerin Sigrid Daum ist das meiste schon fertig. "Diese Wand muss man sich wegdenken. Und diese auch. Das wird hier ein riesiger Raum. Und dort drüben kommt die Straße der Gewürze hin - als langgezogener Gang."

In wenigen Monaten wird das neue Museum langsam Formen annehmen. Es wurden die gleichen Architekten und Designer angeheuert, wie beim Bäckereimuseum, so soll auch ein einheitliches "Gesicht" erreicht werden.

Start innerhalb von zwei Jahren

Die Eröffnung ist innerhalb der nächsten zwei Jahre geplant. Durch das Gewürzmuseum erhofft sich der Kulmbacher Mönchshof nochmal einen großen Imagegewinn. Dieter Ofenhitzer vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium betonte "Sigrid Daum kämpft so für das Projekt und für den vernetzten Museumskomplex. Sie muss literweise Herzblut investiert haben und hat damit etwas Einzigartiges geschaffen."

Und Oberbürgermeister Henry Schramm ergänzt lachend. "Sie hat uns das Gewürzmuseum von der Plassenburg gestohlen! Früher gab es Raubritter - heute gibt es Sigrid Daum!" Doch auch der ehemalige Hausherr des Museums freut sich, dass es nun im Mönchshof ein neues schönes Zuhause findet.