Der Kampf um das Kaufland ist verloren gegangen. Im Sommer 2019 ist der letzte treue Ankermieter, der im Fritz seit der Eröffnung im Jahre 1999 beheimatet war, auszogen. Lebensmittel kann man im Kulmbacher Einkaufszentrum seitdem nicht mehr kaufen.

"Erhoffen uns einen Impuls"

Das wird sich aber bald ändern: Am 15. Dezember eröffnet nämlich Edeka seine Filiale auf dem früheren Kaufland-Areal. Die Umbauarbeiten sind in vollem Gang. "Wir erhoffen uns von Edeka einen Impuls für das gesamte Fritz", sagt Centermanagerin Anja Curioso-Naiaretti, die sich über den neuen Mieter freut, denn sie weiß, dass es heutzutage kein Leichtes ist, einen Vollsortimenter für ein Einkaufszentrum zu gewinnen.

Der zweite Markt

Das Projekt in Angriff nimmt Kaufmann Michael Seidl, der um die schwierige Lage im Fritz weiß, bei dem er nicht mehr von einem Einkaufscenter, sondern von einer überdachten Einkaufspassage spricht, die in der Größe nun auch passend für Kulmbach sei.

Keine zwei Kilometer vom Fritz entfernt betreibt Seidl bereits einen den Edeka-Markt. Er ist aber davon überzeugt, dass sich in Kulmbach eine zweite Filiale lohnt, fürchtet nicht, in seinem Laden am Goldenen Feld Kunden zu verlieren. Auf 2700 Quadratmetern - die Fläche ist kleiner als die früher im Kaufland - will er in der Innenstadt ein Angebot unterbreiten, das sich von dem in seiner jetzigen Filiale deutlich unterscheidet.

Vieles bleibt noch geheim

Details will er noch nicht verraten. Seidl teilt aber mit, dass es ein Shop-in-Shop-Konzept geben wird, er bei den Waren ("Wir haben über 1000 neue Produkte") noch stärker auf Regionalität setzen will "Das sieht man dann auch an der Beschilderung an den Regalen. Die wird auf Fränkisch sein."

Parken ist kostenlos

Was für Edeka bei der Entscheidung für das Einkaufszentrum entscheidend war? Ein eigener Parkplatz, der angrenzend an den Markt auf der Seite zur Fritz-Hacker-Straße geschaffen wird. 125 überdachte Stellflächen entstehen - auf einer Teilfläche des früheren Kauflands, die zurückgebaut worden ist.

Als das Kaufland noch geöffnet war, ist man mit dem Einkaufswagen nur über den Aufzug ins Parkhaus in den oberen Etagen gelangt. Das sei heutzutage ein No-go, sagt Seidl, der weiß, dass die Leute beim Einkauf kurze Wege und für das Parken am Lebensmittelmarkt zudem nichts zahlen wollen. "Die ersten 60 Minuten sind deshalb bei uns kostenlos."

Bringt die Uni Kunden?

Dabei setzt der Kaufmann nicht nur auf Kunden, die das Fritz mit dem Auto aufsuchen. Er will den Kulmbachern, die in der Innenstadt wohnen, einen fußläufigen Einkauf ermöglichen. Seidl glaubt, dass er mittelfristig auch durch die Universität und das "Grüne Zentrum", das auf dem Spinnerei-Areal entsteht, neue Kundschaft bekommt. "Ich bin mir sicher: Der Standort ist attraktiv."

Die Läden im Fritz werden alle auf das Erdgeschoss konzentriert. Auch der Friseur und das Nagelstudio ziehen von der oberen in untere Ladenstraße um, weil der erste Stock künftig von der Uni Bayreuth genutzt wird, wie Centermanagerin Anja Curioso-Naiaretti mitteilt.

"Fritz wird profitieren"

Dass Edeka Seidl ein großer Gewinn für das Einkaufszentrum ist, der Lebensmittelmarkt auch anderen Händlern Kunden zuspielen wird, davon ist der Sprecher der Fritz-Werbegemeinschaft, Hans-Peter Hubmann, überzeugt. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass es wieder Lebensmittel in der Innenstadt zu kaufen gibt", sagt Hubmann, der anführt: "Uns hätte nichts besseres als die Edeka-Filiale passieren können. Denn der Marktleiter steht für Innovation und guten Kundenservice. Davon wird sicherlich das ganze Fritz profitieren."