Soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram sind Fluch und Segen zugleich. Ja, sie sind von Vorteil, wenn man alte Schulkameraden wiederfinden oder sich in diversen virtuellen Gruppen mit Seinesgleichen austauschen möchte. Sei es über gemeinsame Interessen, wie Kochen, Modelleisenbahnbau und Gartenprojekte. Oder aber auch als Werbeplattform. Auch ich nutze Facebook und Instagram aus genannten Gründen. Was mir jedoch immer deutlicher wird, ist dass das Social Network eine wahre Scheinwelt ist. Es werden Lebensstile präsentiert, Ereignisse und Eindrücke aus dem persönlichen Leben geschaffen und die Sonnenseiten auf dem Silbertablett serviert. Eine virtuelle Welt, die mit der Realität fast nichts mehr zu tun hat. Alles scheint harmonisch, alles passt zusammen - und jeder erweckt den Eindruck, glücklich und zufrieden zu sein.

Aber ist das wirklich so? Ist es nicht eher so, dass die Mamas, die stolz ihren "After-Baby-Body" ins rechte Licht rücken, in Wahrheit aufgrund schlafloser Nächte völlig übermüdet sind und Augenränder wie ein Pandabär haben? Schmeckt das Essen, das kalt wird, weil man es erst noch für die Follower fotografieren musste, überhaupt? Ist die neue Jeans, die nur mit zig Filtern vor der Kamera präsentiert wird, weil sie sündhaft teuer war, nicht eigentlich total unbequem und kneift ganz fürchterlich am Bauch? Ich denke, es ist doch viel authentischer, wenn wir zeigen, wie wir wirklich sind. Die ungeschminkte Wahrheit sozusagen. Unser Leben ist doch erst perfekt, wenn wir uns nicht von perfekt bearbeiteten Fotos und Menschen mit falschen Schönheitsidealen blenden lassen, sondern es in bequemen Jeanshosen mit unperfekter Frisur und nicht makelloser Figur genießen.

Und zwar in einer realen Welt. Ganz ohne Schein.